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Kritik: American Pie - Jetzt wird geheiratet (2003)


Eine Frage des Geldes "American Pie 3" ist der schwächste und vermutlich letzte Aufguss der 1999 als Sensationserfolg begonnenen Komödienreihe über die sexuellen Missgeschicke junger Menschen. Nun, vier Jahre und zwei Filme später, wollen Jim und Michelle heiraten. Doch der Weg zum Erwachsensein ist, Drehbuchautor Adam Herz sei Dank, gespickt mit Derbheiten und Peinlichkeiten. Schadenfreude pur.

Die notgeilen Jungs sind wieder da - den hübschen Mädchen war das Ganze allerdings zu doof: Wenn Stifler, Finch (Eddie Kaye Thomas) und Kevin (Thomas Ian Nicholas) in "American Pie 3 - Jetzt wird geheiratet" erst eine Junggesellenparty schmeißen und dann Jims (Jason Biggs) Hochzeit zelebrieren, steht dessen Braut Michelle (Alyson Hannigan) nur ihre attraktive Schwester Cadence bei - gespielt von January Jones. Tara Reid, Mena Suvari, Natasha Lyonne und Shannon Elizabeth haben dagegen dieses Mal wohlweislich abgesagt. Aber auch Chris Klein wollte vom zweiten und (hoffentlich) letzten Aufguss pubertärer Missgeschicke nichts mehr wissen und blieb dem Zwerchfellangriff fern. Die Hauptlast ruht nun einmal mehr auf dem leicht durchgeknallten Stifler alias Seann William Scott, der diesmal nicht nur eine griesgrämige Omi sexuell beglückt, sondern auch die Fäkalien eines Schoßhündchens verdauen muss. Scott imitiert dabei schamlos Jim Carrey, schneidet fetzige Grimassen und betreibt extremes Over-Acting. Der 26-Jährige, der im Frühsommer die MTV Movie Awards co-moderierte, sieht sich in Zukunft allerdings als Actionstar - und landete mit "Bulletproof Monk" bereits den ersten Flop. Subtilität ist offenbar nicht seine Stärke: In seinem nächsten Film ist Scott an der Seite von Wrestler The Rock zu sehen.

Sodomie und Schamhaarbüschel

Wie die beiden ersten Folgen lebt auch "American Pie 3" von derben Peinlichkeiten, und wer darüber herzhaft lachen kann, der tut das meist aus reiner Schadenfreude. Dieses Mal im Angebot: ein Blowjob in einem voll besetzten Restaurant, frisch geschorene Schamhaarbüschel auf der Hochzeitstorte, ein perfekt choreographierter Schwank mit zwei Prostituierten sowie ein bisschen Hunde-Sodomie. Natürlich ist auch Eugene Levy als Jims Vater wieder mit von der Partie und teilt Ratschläge aus, die man - vor allem im prüden Amerika - eigentlich gar nicht hören möchte. Für die streckenweise etwas holprige Regie war Bob Dylans Sprössling Jesse zuständig, der vor "American Pie 3" nur die Komödie "So High" als Referenz vorweisen konnte. Macht nichts, schließlich brauchte er bloß den Anweisungen des erfahrenen Produzentenduos Paul und Chris Weitz zu folgen. Für das Drehbuch war wie üblich Adam Herz verantwortlich - sein Skript soll es denn auch gewesen sein, das Alyson Hannigan zur Mitwirkung beim dritten Teil bewogen hat. Jason Biggs ist da schon etwas ehrlicher: Ihn überzeugte offenbar nicht nur das Drehbuch, sondern auch ein fetter Gagenscheck. Und für Seann William Scott war (neben Scheck und Skript) schließlich ein Produktionsvertrag bei Universal Pictures Ausschlag gebend, wo er jetzt seine eigenen Projekte realisieren kann. Am Ende ging's beim dritten Teil halt doch zuerst ums Geldverdienen.




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