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Serenity - Flucht in neue Welten
Serenity - Flucht in neue Welten
© United International Pictures

Kritik: Serenity - Flucht in neue Welten (2005)


Mit "Serenity – Flucht in neue Welten" ließ Regisseur und Drehbuchautor Joss Whedon für sich selbst, das Produktionsteam und Fans der Original-Serie "Firefly" einen Traum wahr werden. Nach nur einer, von Fox abgesetzten (genialen) Staffel, wurde die Serie in den kommenden Jahren auf DVD zum Kult und hatte einen kleinen aber zusammenhaltenden Fanaufruhr zur Folge, der bisher nur wenigen Fernsehsendungen zu Teil wurde. Mit Universal wurde ein neuer Produktionspartner gefunden, der dem kreativen Kopf weitgehend freies Geleit gab.

Würdiges Finale
Der Film knüpft an die erste Staffel an und liefert einige Hintergrundinformationen, welche in dem zeitlichen Rahmen von 14 Episoden keinen Platz fanden. So gibt es einiges Wissenswertes über Rivers Psychosen und die blutrünstigen Reever. Geschickt bringt Whedon auch ein paar unverzichtbare Anleihen an das Original mit ein.
Wie die Vorlage entpuppt sich "Serenity – Flucht in neue Welten" als leichte Science-Fiction-Western Kost mit hohem Unterhaltungswert. Dabei bleibt die Produktion bescheidener und bodenständiger als Blockbuster wie "Star Wars" oder "Star Trek" und fährt nur selten actionreiche Geschütze auf. Das gewisse Etwas liegt vielmehr in den beinahe perfekt ausgearbeiteten Charakteren und der positiven Gesamtatmosphäre, denn in budgetverprassenden Explosionen. Leider kommt die Figur des Shepard Book etwas zu kurz und die Animationen entsprechen nicht immer dem damals aktuellen Stand. So wirken die Raumschiffe, vor allem bei Fahrten über die Erdoberfläche, stark künstlich ins Bild montiert. Akzeptiert man aber einmal das weitaus geringere Budget, welches den Film zugleich davon ablenkt zu einem 0815-Actionreißer zu werden, wie es Fox am liebsten als Serie gesehen hätte, so fällt das weitaus weniger ins Gewicht. Intelligenter Witz, sympathische Charaktere, coole Sprüche und sehr emotionale Momente verzeihen zudem kleinere Fehler.

Dennoch kann "Serenity - Flucht in neue Welten" einige Anleihen bzw. Ähnlichkeiten mit großen Blockbustern nicht ganz verleumden. So erinnert Chiwetel Ejiofors Methode, der kleinen Rebllengruppe den Gar auszumachen, stark an den Kopfgeldjäger Boba Fat aus "Star Wars Episode 4: Das Imperium schlägt zurück".

Ich hab vor, mich schlecht zu benehmen. (Nathan Fillion alias Mal)Ein im Vergleich zum restlichen Film übertriebenes Finale nach einer imposanten Weltraumschlacht lassen den Begriff des unsterblichen Helden neu definieren. Zudem erinnern die kleinen Anekdoten vor dem finalen Kampf den Zuschauer wehmütig an alte Firefly-Zeiten, die nun eindeutig vorüber sind.
Letzten Endes erfüllte Whedon sich, seinem Produktionsteam und seinen Fans mit "Serenity – Fluch in neue Welten" einen Traum, der größtenteils in Erfüllung geht. Die Atmosphäre des Originals bleibt erhalten und Whedon befördert, nach dem forcierten Ende der Serie durch Fox, diese nun selbst auf ein goldenes Abstellgleis und zollt ihr damit nötigen Respekt, der das Herz eines jeden Fans höher springen lässt. Wenn die Firefly zu Beginn der Serie zur Landung ansetzt und am Ende wieder in die Weiten des Weltalls emporsteigt, bleibt die Hoffnung, dass dieser Film nicht der traurige Abschied von einer Kultserie bleibt.
Das Ende und der Verlust beliebter Charaktere lässt den Zuschauer denselben Schmerz spüren, der durch das Produktionsteam inklusive Schauspieler gefahren sein muss, als das Aus der Serie durch Fox beschlossen wurde. Joss Whedon setzt mit dem Kinofilm nun posthum ein ehrenvolles Denkmal für eine der genialsten Serien aller Zeiten. Zwar gibt es nicht viel Neues, dafür bleibt aber alles beim liebgewonnenen Alten. So auch der große Unterhaltungswert.

Whedon hat im Vorfeld der Produktionsarbeiten zu "Serenity" im Bezug auf eine Firefly-Fortsetzung einmal angemerkt: "Ab wann ist es keine Herzmassage mehr, sondern Leichenfledderei?" "Serenity" ist eine Massage für das Herz eines jeden Fans. Die einzige Leichenfledderei bestand darin, den lebensfähigen und lebenswilligen Körper bewusst nicht wiederzubeleben. Shame on you, Fox!

Fazit: Melancholischer Abschied eines wunderbaren Casts




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