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Superhero Movie
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Kritik: Superhero Movie (2008)


"Superhero Movie" stammt nicht von den Verantwortlichen für "Epic Movie", "Date Movie" und "Meet the Spartans", sondern wurde von Robert K. Weiss und David Zucker produziert – den kreativen Köpfen hinter Filmen wie "Airplane!" (Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug"), "Top Secret" und "Die nackte Kanone". Was auch erklärt, warum er es wert ist, ein paar Sätze darüber zu schreiben. Allerdings wurde durch die erstgenannten der Humor der Spoofs in den letzten Jahren extrem runtergeschraubt – als Genre Parodie kann man keinen davon mehr bezeichnen, auch "Superhero Movie" nicht. Und wer glaubt, das Niveau würde mit dieser Komödie wieder in Richtung "Airplane!" gehoben, wird enttäuscht. Als lukrativste Zielgruppe haben sich zudem 11- bis 13jährige herauskristallisiert, und diese Kids werden auch in "Superhero Movie" hofiert - mit ausgedehnten Furz- und Pinkelszenen, jeder Menge Referenzen an Facebook/Youtube/MySpace, unbeholfenem Sexklamauk und etwa einer Minute Pamela Anderson. Die Story: Rick Riker (Drake Bell) ist ein schüchterner Niemand, der nach dem Tod seiner Eltern bei Onkel (Leslie Nielsen) und Tante (Marion Ross) aufwächst, die hübsche Nachbarin (Sara Paxton) anbetet und sich nach dem Biss einer radioaktiv behandelten Libelle in "Dragon Fly" verwandelt. Und so weiter...Der Film erzählt "Spider-Man" 1:1 nach, mit gefühlten drei Minuten "X-Men" und einer Minute "Batman". Da Drake Bell dabei tatsächlich einigermaßen sympatisch und nicht völlig überzogen rüberkommt - obwohl er darauf beschränkt ist, in reaction shots ein besorgtes Gesicht zu machen - könnte Sam Raimi, wenn er es denn wollte, eine Plagiatsklage anstrengen. Leslie Nielson liefert als Rikers unbedarfter Onkel ein paar leidliche Gags, scheint aber nicht so recht bei der Sache zu sein. Und die Präsenz von Marion Ross als goldige, wenn auch merkwürdige Tante dürfte allein in den USA für Lacher sorgen, denn dort ist sie durch den Serienklassiker "Happy Days" als propere Mutti der Nation bekannt – man stelle sich Inge Meysel dauerfurzend in einem "Bully"-Film vor. Die Gags sind, wie gesagt, überwiegend lahm, teilweise abgenutzt, aber immer noch nicht so grottig wie bei den "Spartans". Außerdem lohnt es sich, nach dem (ersten) Abspann sitzen zu bleiben. Höhepunkt ist ein durchgeknallter Tom Cruise, der offensichtlich seinem geifernden Scientologyvideo entnommen wurde. Den Tiefpunkt bildet der Einsatz des gelähmten Wissenschaftlers Stephen J. Hawking als Running Gag, was keinen Vorstoß in Sachen politisch unkorrektem Humor darstellt – vermutlich die Absicht der Verantwortlichen – sondern eine plumpe und überdies schnell langweilig werdende Ausbeutung. "Superhero Movie" ist als Zucker/Weiss-Produktion drittklassig, als "Post-Spartans Movie" zweitklassig und als auf eine Zielgruppe hin maßgeschneidertes Kalauersammelsurium vermutlich der Treffer.




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