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Das Bourne Ultimatum
Das Bourne Ultimatum
© Universal Pictures International Germany GmbH

Kritik: Das Bourne Ultimatum (2007)


Im Jahr 2002 schlüpfte Matt Damon in "Die Bourne Identität" erstmals in die Haut des von recht hartnäckigem Gedächtnisverlust geplagten Ex-Agenten Jason Bourne. Inszeniert von Doug Liman erntete die Verfilmung des ersten Teils der von Autor Robert Ludlum in den 1980er Jahren verfassten "Bourne"-Trilogie sowohl Lob, als auch eine ganze Menge Dollar und so folgte 2004 mit "Die Bourne Verschwörung" die obligatorische Fortsetzung. Paul Greengrass, der den fortan nur noch als ausführender Produzent fungierenden Doug Liman auf dem Regiestuhl abgelöst hatte, erntete mit seiner Bourne-Version zwar weniger Lob, aber noch mehr Dollar. So wurde er auch für die Inszenierung des nun in die Kinos kommenden abschließenden (?), dritten Teils der Bourne-Trilogie, "Das Bourne Ultimatum" engagiert.

Eine Fehlentscheidung war dies sicher nicht: Spannend und Action-reich inszeniert kann sich "Das Bourne Ultimatum" sehen lassen – und das obwohl sich die Story des ganzen mit genau zwei Worten recht präzise zusammenfassen lässt: Jason rennt. Auf der Suche nach seiner Vergangenheit rennt er durch Moskau, London, Paris, Berlin und Madrid, durch Tanger und schließlich durch New York, und weil er nicht gestorben ist, rennt er wahrscheinlich immer noch. Kein Wunder, dass der Arme bald so ausgelaugt aussieht (siehe Plakat), als habe er Wochen nicht geschlafen - ein Look, zu dem angeblich Damons während der Dreharbeiten zu nachtschlafender Zeit krakelnder Nachwuchs erheblich beigetragen hat.

Der Dauerlauf ist durchaus praktisch für all jene Zuschauer, die einen der, oder gar beide, vorangegangenen "Bourne"-Filme verpasst haben, denn der Grund für Jasons permanentes Gerenne tritt schnell komplett in den Hintergrund - man muss ihn gar nicht kennen. Die Bewegung wird zum reinen Selbstzweck. Als könne er schlicht nicht stillstehen weißt Jason bei gefährlichen Zusammenkünften mit Informanten und Komplizen nach kürzester Zeit immer wieder darauf hin, dass man in die Gänge kommen und schnellstmöglich abhauen muss. Wären da nicht die zahlreichen Actioneinlagen man könnte meinen, man säße in einer Fortsetzung zu "Forrest Gump".

Aber die Action ist natürlich da, und das nicht zu knapp, denn trotz aller Vorsicht kann Jason dem sagenhaften weltweiten Überwachungsapparat des CIA nicht entkommen (was natürlich auch daran liegt, dass es ihn immer wieder ausgerechnet zu massiv überwachten Bahnhöfen und Flughäfen zieht). Wo sich unser übermüdeter Held auch hinwendet, überall lauert ein CIA-Killer der den Dauerläufer zum ewigen Stillstand bringen will. Die bei jeder Station obligatorischen Verfolgungsjagden oder Kämpfe kommen mit minimalen Special Effects-Einsatz und überraschend wenigen, zum Teil scheinbar gar keinen, Schnitten aus. Das bedeutet zwar nicht, dass sie wesentlich glaubwürdiger sind, als, sagen wir, bei "Die Hard 4.0". Aber: Die Action ist dank der zurückhaltenden Schnitte, trotz der den subjektiven Doku-Blick kopierenden, wackligen Handkamera, noch recht gut zu verfolgen – und das ist in einem Action-Film doch schon einiges wert.

Viel zu verdanken hat Regisseur Greengrass nicht nur seinem Kameramann Oliver Wood und Cutter Christopher Rouse, sondern auch seinem Hauptdarsteller Matt Damon, dessen glaubwürdige Darstellung des gehetzten Ex-Agenten einen trotz der ja eigentlich recht lauen Story mitfiebern lässt. Und schließlich hat auch die "länderspezifische" Beleuchtung ihren Reiz, sei sie nun gezielt herbeigeführt oder einfach Folge des Drehs on location, mit nationalen Drehteams. Mit jedem Schauplatz ändert sich das Licht, und das zum Teil so typisch, dass man selbst ohne nähere Hinweise erraten könnte, durch welches Land Jason gerade rennt.

Obwohl also die Story nicht so richtig zu begeistern vermag, ist der dritte Teil der "Bourne"-Serie dank gelungener Optik und gutem Darsteller den Kinobesuch wert. Eine weitere, durchaus mögliche Fortsetzung, muss dann aber nicht unbedingt sein.




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