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28 Weeks later
28 Weeks later
© 2007 Twentieth Century Fox

Kritik: 28 Weeks later (2007)


"28 Weeks later" firmiert zwar als Sequel zu Danny Boyles 2003 veröffentlichtem Horror-Film "28 Days later", es gibt jedoch mit keinem einzigen Darsteller des ersten Teils ein Wiedersehen, und auch der "28 Days later" -Regisseur Boyle, sowie Autor Alex Garland tritt bei dem Sequel nur noch als Produzent in Erscheinung. Zum Sequel wird "28 Weeks later" also primär wegen der Storyprämisse, die da lautet: Ein hochansteckendes Virus versetzt die mit ihm Infizierten in mörderische Raserei. Kannibalistischen Zombies gleich verfolgen sie die Gesunden, und zerfetzen, wen sie greifen können. So gruselig diese Prämisse auch ist - der Originalfilm von Danny Boyle lebte weniger von den Horrormomenten als von den glaubhaften Charakteren. Die nun von Juan Carlos Fresnadillo mitverfasste und inszenierte Fortsetzung ist in dieser Hinsicht das genaue Gegenteil – glaubhafte Charaktere sucht man hier vergebens. Nicht nur die Infizierten sind hirn- und charakterlose Zombies, sondern auch die meisten Angehörigen des US-Militärs (ganz ohne Virus). Vom spärlichen Rest erfährt man zu wenig um ernsthaft mitzufiebern – da hilft es dann auch nicht weiter, einen Könner wie Robert Carlyle in seiner Darstellerriege zu haben. Den durch das Fehlen von Identifikationsfiguren zwangsweise entstehenden Mangel an Suspensemomenten gleicht das Drehbuch mit jeder Menge Action aus. Theoretisch also fließt das Blut in Strömen – praktisch allerdings sieht man davon nicht allzuviel, was an der durchaus interessanten, mit der Zeit dann aber doch auch nervigen Optik liegt. In der Anfangsphase, in der die Action noch etwas spärlicher gesät ist, erinnert optisch noch einiges an den ersten Teil: Gespenstische Aufnahmen verwaister Londoner Straßenzüge, Bilder von den unzähligen Überwachungskameras der britischen Hauptstadt, die alle nur menschenleere Plätze zeigen. Dazu Manga-artig schräge Perspektiven. Dann aber machen sich die Infizierten breit, das Militär ballert was das Zeug hält – und Regisseur Fresnadillo scheint zu der Auffassung gekommen zu sein, dass man das dem Publikum nicht wirklich zumuten darf. Schnitte im Sekundentakt (wenn nicht schneller), wacklige, schräge Kamera, Großaufnahmen, Dunkelheit – der Regisseur tut einiges um zu verhindern dass man erkennt, was da eigentlich vor sich geht. Das ist erst ganz nett und erhöht sogar die Spannung, nach einer Weile wird es dann aber doch eher nervig bis schlicht langweilig. Schon klar, der wahre Horror entsteht im Kopf, aber ein klein wenig hätte ich davon dann doch auch ganz gerne gesehen! Fazit: Allenfalls durchschnittliches Horrorsequel mit wenig interessanten Charakteren und auf Dauer eher nerviger Optik.




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