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Chloe
Chloe
© 2010 Sony Pictures Classics

Kritik: Chloe (2009)


Chloe gehört zu den Filmen, bei denen sich leider vor allem die verschenkten Möglichkeiten im Gedächtnis festsetzen. Schön anzusehen ist das Erotikdrama aber allemal und für Fans von Julianne Moore ein Muss.
Es fängt recht verheißungsvoll an, als ehrliche und intelligent erzählte Geschichte über eine schal gewordene Beziehung: Die Gynäkologin Catherine (Julianne Moore) vermutet dank einiger Ungereimtheiten, dass ihre Gatte David (Liam Neeson), ein Musikprofessor, sie mit einer Studentin betrügt. Diese vage Ahnung reibt sie so sehr auf, dass sie ihm nicht mehr normal begegnen kann und zusätzlich überreagiert, als ihr Teenage-Sohn unter ihrem Dach Sex mit seiner Freundin hat. Ein Ventil für ihren emotionalen Druck scheint Catherine in der rätselhaften jungen Edelnutte Chloe zu finden, die sie nach einer zufälligen Begegnung anheuert: Sie soll Davids Standhaftigkeit testen, indem sie ihn verführt. Zunächst scheint Catherines Motivation einigermaßen nachvollziehbar: Wenn er sie schon betrügt, dann weiß sie wenigstens mit wem – und nicht zu vergessen wann und wie. Tatsächlich interessiert sie jedes kleine Detail der Begegnung. Doch nach und nach lösen Chloes Berichte bei Catherine unerwartete emotionale Konsequenzen aus.
So weit, so spannend. Und – wie gesagt – sehr schön anzusehen, in elegant durchkomponierten Szenen. Seyfried, das "Mamma Mia!"-Herzchen, erscheint hier wie einem Präraphaelitschen Gemälde entschlüpft: Mysteriös, mit riesigen Augen und einer eigentümlichen Mischung aus Sinnlichkeit und Unschuld. Moore überzeugt einmal mehr als verletzliche Frau in einer komplizierten Gewissenskrise.
Leider bewegt sich der Film dann aber im letzten Drittel immer mehr in vorhersehbares und teilweise sogar albernes B-Movie-Territorium. Auch Moores Können hilft darüber nicht hinweg. Und den Schluss hätte man sicher ohne aufgesetzte Moral weit weniger verkrampft erzählen können. Schade um die interessante erste Hälfte.





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