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Kritik: Unknown Identity (2010)


Basierend auf dem Roman "Unknown Identity" (Originaltitel: "Out of My Head") von Didier van Cauwelaert wurde der von Joel Silver, Leonard Goldberg und Andrew Rona produzierte Thriller um einen Amnesiegeplagten vermeintlichen Arzt mit Liam Neeson und Diane Kruger in den Hauptrollen von Jaume Collet-Serra umgesetzt. Zuvor hatte der Regisseur bereits mit "House of Wax" und "The Orphan" (Horror-)Thriller vorgelegt, die die Zuschauer erst nach und nach wirklich alle Informationen durchblicken lassen. Bei seiner Inszenierung orientierte sich Collet-Serra laut Presseheft an den storytechnisch ähnlich konstruierten Thrillerklassikern "Frantic" von Roman Polanski und Hitchcocks "Der unsichtbare Dritte", deren absolut herausragende Qualität er aber, trotz fraglos guter Arbeit, nicht ganz erreichen konnte. Gut gelungen aber das grundlegende Überraschungselement, das nun leider in viel zu vielen Kritken - und ansatzweise sogar in der Filmwerbung - verraten wird. Das ist ziemlich ärgerlich, denn der Film lebt davon, dass die Zuschauer über weite Strecken nicht mehr wissen als die Hauptfigur Dr. Harris. Kennt man die Auflösung ist der ganze Film nur noch halb so spannend.

Getragen wird der Film denn auch von Liam Neeson, der hier die Identifikationsfigur ist, aus dessen Perspektive die Zuschauer das Geschehen verfolgen. Und Neeson hat keine Probleme damit, den Film zu schultern - gekonnt und glaubwürdig gibt er das verwirrte Amnesieopfer, das abwechselnd an der eigenen Ehefrau oder am eigenen Verstand zweifelt. Der Neeson zur Seite stehenden Diane Kruger nimmt man zwar das traumatisierte Kriegsopfer nicht wirklich ab, allerdings ist dieser biografische Hintergrund ihrer Figur auch dermaßen nebensächlich, dass die an dieser Stellle mangelnde Glaubwürdigkeit nicht wirklich ins Gewicht fällt. January Jones bleibt als kühler blonder Femme Fatale-Verschnitt Elizabeth Harris hingegen recht blass - hat allerdings auch nur wenige Minuten Leinwandzeit zu Verfügung. Aus deutscher Sicht fallen dann natürlich noch die ungewöhnlich zahlreichen deutschen Nebendarsteller auf, die sich insgesamt recht gut schlagen - insbesondere der wunderbare Bruno Ganz als Ex-Stasioffizier Ernst Jürgen.

Und natürlich fällt gerade aus deutscher Sicht ein weiterer deutscher Hauptdarsteller auf: Berlin. Schon der Anfang mit einem schönen Stunt auf der Oberbaumbrücke wirkt merkwürdig vertraut und doch komplett ungewohnt. Selten hat man die deutsche Hauptstadt derart prominent in einem Hollywoodthriller gesehen - und das "Unknown Identity" tatsächlich lupenreines Hollywood ist, bezweifelt man trotz der zahlreichen deutschen Darsteller und bekannter Schauplätze keine Sekunde.

Fazit: Gut funktionierender Thriller mit schönem Überraschungseffekt und zahlreichen ungewohnten Berlinansichten, getragen vom gekonnt spielenden Liam Neeson, unterstützt von Diane Kruger.





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