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Das gelbe Segel - Poster
Das gelbe Segel - Poster
© X Verleih

Kritik: Das gelbe Segel (2008)


Eigentlich passiert nicht allzu viel in diesem Roadmovie: Der gerade aus dem Gefängnis entlassene Brett (William Hurt) trifft zwei sehr spezielle Jugendliche (Eddie Redmayne und Kristen Stewart) und fährt mit ihnen durch Louisiana. Dabei erzählt er ihnen in Rückblenden seine verpfuschte Liebesgeschichte mit der spröden May (Maria Bello).
Dass dieser eigentümlich altmodisch erzählte Film dennoch funktionert, liegt vor allem an der eindringlichen emotionalen Atmosphäre, welche die Schauspieler zwischen sich aufbauen – geführt von William Hurt, der allein für seine 1000 Megawatt-Blicke einen Oscar verdient hätte. Zumal er gegen einen scheußlichen Schneuzer anspielt… Verglichen mit seiner Rolle und der wie immer wunderbaren Bello erscheint die sich anbahnende Liebesgeschichte zwischen den Teenagern blass, obwohl sie durchaus spannungsreich beginnt.
Kristen Stewart, die jenseits vom "Twilight"-Rosawolkenuniversum auch mal was anderes darf, als nur mit sehnsuchtsvollen Hundeblicken um sich werfen, zeigt hier ihre sperrigere Seite. Dennoch lernt man ihren Charakter Martine leider nie so richtig kennen – ihr fehlt nämlich die Hintergrundgeschichte. Der Brite Eddie Redmayne zappelt als hypersensibler Gordy durchs Bild, ein sommersprossiger Blässling, der sich als "Native American" beschreibt. Beide Figuren erscheinen als charmante, eigenwillige Außenseiter, die sich einem nicht mit einem hach-sind-wir-exzentrisch entgegenschmeißen – eine der angenehmen Facetten des Independentfilms. Dass der Plot wenig Überraschungen bereit hält, und die eine oder andere Szene nicht hätte sein müssen, kann man hier großzügig übersehen. Langweilig wird’s schließlich nie.
Fazit: Verhalten nostalgischer Herbstfilm mit zwei präzise gespielten Liebesgeschichten, wobei das ältere Paar im Mittelpunkt steht - und das ist auch gut so, weil viel zu selten zu sehen.





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