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Country Strong
Country Strong
© Sony Pictures

Kritik: Country Strong (2010)


Passen Liebe und Ruhm zusammen? Die Countrysängerin Kelly Canter (Gwyneth Paltrow) ist ein Star, aber sie trinkt und nimmt zu viele Tabletten. Bei einem Auftritt in Texas fiel sie daraufhin sturzbetrunken von der Bühne und erlitt eine Fehlgeburt. Danach ist sie in eine Entzugsklinik gegangen. Doch einen Monat vor Ende der Therapie wird sie vorzeitig entlassen, weil ihr Ehemann und Manager James (Tim McGraw) eine Comeback-Tour für sie organsiert hat. Damit sie nicht wieder abstürzt, engagiert er den Pfleger und talentierten Nachwuchssänger Beau Hutton (Garrett Hedlund) als erste Vorgruppe. Geflissentlich übersieht James, dass seine Frau eine Affäre mit ihm hat. Indes hofft er, dass er ihr die nötige Stabilität für die Auftritte verleihen kann – und sie davon ablenkt, dass er selbst ein Auge auf die hübsche Sängerin Chiles Stanton (Leighton Meester) geworfen hat, die als zweite Vorgruppe auftritt.
Zwischen diesem Quartett entspinnt sich im Verlauf der Tournee eine konventionelle melodramatische Handlung, die keine Überraschungen bereithält. Auch die Charaktere sind stereotyp: Der Singer-Songwriter Beau bleibt den gesamten Film hindurch nett und aufrichtig. Er verkörpert das Idealbild eines Countrysängers, der für hart arbeitende Menschen authentische Musik machen will. Hingegen ist Chiles das Sternchen, das gerne ein Star wäre und eher durch ihr Aussehen denn ihr Talent überzeugt. Aber hinter ihrer zickigen Fassade verbirgt sich ein gutes Herz. Sie erleben durch Kelly die Schattenseiten des Business – und müssen mit ansehen, wie sie sich langsam zugrunde richtet. Dabei darf Tim McGraw, übrigens der einzig echte Countrystar, als James in wenigen Szenen auch eine weiche Seite zeigen. Aber zumeist ist er der ehrgeizige Manager, der sich den Härten des Geschäfts angepasst hat.
Dennoch unterhält „Country Strong“ erstaunlich gut. Dazu tragen zunächst die Lieder des Films bei, die weit mehr als nur Untermalung sind. Sie erzählen etwas über die Sänger und Songwriter, über die Musikindustrie und die Sehnsüchte in der Countrymusik. Dass alle Darsteller selbst singen, trägt dabei zur Authentizität sehr bei. Vor allem aber begeistert Gwyneth Paltrow. Auf den ersten Blick erscheint sie nicht unbedingt als ideale Besetzung für eine abgehalfterte Countrysängerin. Doch sobald sie in diesem Film auf der Bühne steht, beginnt sie tatsächlich zu strahlen. Bei ihrem großen Auftritt verströmt sie eine erstaunliche Energie und Stärke, die letzte Zweifler überzeugen wird.
Leider ist Kelly Canter aber kein Ende wie Bad Blake in „Crazy Heart“ vergönnt. Stattdessen setzt Regisseurin Shane Feste in diesen letzten Minuten vieles aufs Spiel. Hatte „Country Strong“ durchaus berührende Momente, so inszeniert Shane Feste ein fades Ende, das einen Nachgeschmack hinterlässt. Und so bleibt von dem Film nur eines in Erinnerung: Gwyneth Paltrow.

Fazit: Ein wenig mehr Mut und Überraschung hätten diesem Film fraglos gut getan. Aber dank einer herausragenden Gwyneth Paltrow und tollen Lieder ist „Country Strong“ ein unterhaltsames Melodrama.





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