Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder
Bad Teacher - Hauptplakat
Bad Teacher - Hauptplakat
© 2011 Sony Pictures Releasing GmbH

Kritik: Bad Teacher (2010)


Endlos lange Beine, ein strahlendes Zahnpastalachen und eine Figur, dass jedes Top-Modell neidisch werden könnte. Das sind die Markenzeichen einer der Bestverdienensten von Hollywoods-Jungdiven, Cameron Diaz. Meist wird die attraktive Schauspielerin mit Rollen als keckes Schnuckelchen, das allen Männern gehörig den Kopf verdreht, in Verbindung gebracht, sie kann allerdings auch richtig unsympathisch, wie sie bereits in "Very Bad Things" unter Beweis stellte.

In "Bad Teacher" mutiert sie zur Aushilfslehrerin wider Willen, Elizabeth Halsey, die an einer Middle-School die Zeit überbrückt, bis sie sich einen Mann mit ordentlich Geld angelt. Da ihre Hochzeit kurz bevor steht, verlässt sie die Schule auch prompt, um in Zukunft reiches Frauchen zu spielen. Pech, für die nicht besonders talentierte Pädagogin, dass sich ihr Zukünftiger nebenher noch mit einer anderen verlustiert. Auf frischer Tat ertappt, hat es sich mit der Hochzeit auch gleich erledigt.
Elizabeth sieht den Grund für die Untreue ihres Ex aber vor allem in ihrer (zu) geringen Oberweite. Mit größeren Brüsten, vermutet sie, würde es ihr gelingen, sich jeden Mann zu angeln, den sie sich wünscht. Ohne Geld geht da natürlich nichts. Zurück in ihrem ungeliebten Job als Lehrerin nutzt sie fortan jede Gelegenheit, um ein paar extra Scheine zu machen; die wandern sogleich in das Tittenglas genannte Sparschwein für die Schönheits-OP. Es dauert nicht lang, bis mit Scott (Justin Timberlake) ein sehr ansehnlicher neuer Lehrkörper an die Schule kommt, der überdies aus wohlhabender Familie stammt. Auf den leicht nerdigen Kollegen hat allerdings noch eine Nebenbuhlerin ein Auge geworfen – das Wettbalzen kann somit beginnen.

Derbe geht es in "Bad Teacher" zu. Dazu gesellt sich ein vulgär-trashiger Grundcharme, der den Film eindeutig als Bad-Taste-Derivat kennzeichnet. Merkwürdigerweise gehören zu den eigentlichen, wenn auch nicht allzu zahlreichen, Höhepunkten aber ganz andere Momente: Wie die Car-Wash-Szene, die sehr an den Auftritt Liv Tylers in eine "Eine Nacht bei McCool's" erinnert; die Ironie, mit der Diaz ihre relative Flachbrüstigkeit in die Handlung einbringt; und die Art und Weise, mit der Timberlake und Diaz die gemeinsame Ex-Beziehung karikieren.
Der zotige Teil hingegen wirkt öde und abgeschmackt, da eben mit der Brechstange auf Bad-Taste getrimmt, ohne aber ordentliches Gespür für Timing und Tempo unter Beweis zu stellen. Zu sehr wurde zudem darauf vertraut, dass es ausreicht, einen ganzen Film nahezu durchgehend mit leicht freakigen Figuren zu bevölkern – bei denen es dann auch nicht darauf ankommt, Dialoge zu fabrizieren, die zumindest den Anschein erwecken, als könnten sie von denkenden Wesen stammen.

Fazit: Cameron Diaz in einer etwas abseitigen Rolle als vulgäre Aushilfslehrerin, deren einziges Ziel es ist, zu größeren Brüsten zu gelangen. Leider wird dieses selbstironische Motiv derart überstrapaziert, dass der Film insgesamt sehr einfaltslos wirkt. Die derben Einlagen vermögen zwar gelegentlich zur Erheiterung beizutragen, ihr Neureiz ist insgesamt aber alles andere als erklecklich. Größtes Manko bleibt in dieser auf schlechten Geschmack getrimmten Inszenierung allerdings das mangelnde Gefühl für Tempo, Takt und Rhythmus der zotigen Pointen.





Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.