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Kill Bill: The Whole Bloody Affair
Kill Bill: The Whole Bloody Affair
© Studiocanal

Kill Bill: The Whole Bloody Affair (2025)

Die Braut schlägt wieder zurückKritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse 3.7 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 7 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Nachdem ein brutales Attentat ihres Ex-Geliebten Bill (David Carradine) sie ihr ungeborenes Kind gekostet und in ein vierjähriges Koma gestürzt hat, plant eine ehemalige Auftragsmörderin (Uma Thurman) beim Erwachen eine kompromisslose Vendetta. Leiche für Leiche kämpft sich die Amazone zu Bill durch, da der Vergeltung an ihrem Peiniger die vier Mitglieder des Deadly Viper Assassination Squads im Weg stehen: Vorstadthausfrau Vernita Green (Vivica A. Fox), Yakuza-Chefin O-Ren Ishii (Lucy Liu), Bills Bruder Budd (Michael Madsen) und seine rechte Hand, die ruchlose Elle Driver (Daryl Hannah), landen auf der Liste der "Braut“.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse4 / 5

Nachdem Quentin Tarantino die Rechte an dem Zweiteiler "Kill Bill“, damals von Disney/Miramax ins Kino gebracht, zurückerlangt hat, veröffentlichte er den fast viereinhalbstündigen Rachethriller am Stück über Lions Gate (in Deutschland Studio Canal). Angeblich wurde diese Fassung nach der Cannes-Premiere unter Verschluss gehalten. Die Änderungen fallen allerdings minimal aus. Der Rachefeldzug der "Braut“ alias "Black Mamba“ alias Beatrix Kiddo gegen ihren früheren Geliebten Bill und seine Killertruppe, der sie einst selbst angehörte, wird nun durch eine viertelstündige Pause geteilt. Daher entfällt die kurze Zusammenfassung mit Uma Thurman im Auto vor schwarzweißer Rückprojektion zu Beginn des zweiten Teils, auf die der Nachspann anschließt. Die Credits mit den gleichen Namen erscheinen nun am Anfang und Ende des Racheepos.

Dass Tarantinos Hommage an das Expoitation-Kino der späten Sechziger und Siebziger antiklimatisch aufgebaut ist, fällt jetzt noch stärker ins Auge. Während der Actionhöhepunkt mit dem bluttriefenden Kampf der "Braut" gegen die Killerhorden ihrer einstigen Kollegin O-Ren Ishii (Lucy Liu) den Mittelteil bildet, fällt das Tempo gegen Ende immer entschleunigter aus. Vor der Konfrontation zwischen Bill und Beatrix setzt ihr einstiger Auftraggeber erst einmal zum Vortrag über den Superhelden-Mythos an. Zwar gehören die popkulturellen Diskussionen zu Tarantinos Trademark, wirken hier aber reichlich deplatziert. Die Kontrahenten quasseln sich teils eher zu Tode bevor sie Waffen sprechen lassen.

An Stelle des Klingonen-Zitats zu Beginn widmete Tarantino seinen modernen Klassiker nun Kinji Fukasaku als Meister der Yakuza-Bandenchroniken. Angesichts der überhöhten Gewalt erinnert "Kill Bill“ aber stärker an die exaltierten "Streetfighter“ – Streifen mit Sonny Chiba, der in der Hommage passenderweise als Schwertmeister der "Braut" auftaucht. Wo die überhöhte Kampfpassage gegen die Crazy 88 einst aus Freigabegründen in Schwarzweiß stilisierte werden musste, kommen die blutigen Details nun in voller Farbe zur Geltung.

Immerhin wartet die zweite Hälfte mit einer witzigen Parodie auf die Shaolin-/Drunken Master-KungFu-Epen der Siebziger samt überheblichem Zottelbart-Meister (Doppelrolle Gordon Liu) und unablässiger Kamera-Zooms auf. Der Beginn offenbart die Origin-Story von Killermädchen O-Ren Ishii im ruckeligen Siebziger-Anime-Stil. Neu hinzugefügt wurde ihr Kampf gegen den sadistischen Gangster Pretty Riki, in dem beide schier übermenschliche Nehmerqualitäten beweisen. Die Trickfilmeinlage gewinnt umso mehr im Vergleich mit dem neu produzierten, rekonstruierten "The Lost Chapter“, das nach dem Nachspann auftaucht. Hier kämpft die Braut gegen Gogo Yubaris schießwütige Schwester Yuki, wobei der Kurzfilm trotz unchronologischer Erzählweise eher in den Mittelteil gepasst hätte. Nicht nur aufgrund ihres platten Videogame-Stils wirkt diese ausgewalzte Ergänzung eher deplatziert.

Ansonsten kann man sich erneut am Mix unterschiedlicher Stile ergötzen sowie den Verweisen auf inzwischen dank Tarantino zum Kinokanon zählender Genrehighlights wie "Lady Snowblood“ (der Kampf zwischen den unerbittlichen Frauen im Schnee), "Thriller – Ein unbarmherziger Film“ (Darryl Hannah als einäugige Mörderin), die Teufelsmaske aus "Onibaba – Die Töterinnen“ auf Bills Schwert, Beatrix‘ gelbem Trainingsanzug als Verbeugung vor Bruce Lees "Mein letzter Kampf“, Sonny Chiba als Schwertmeister Hotteri Hanzo als Rollen-Fortführung seiner "Shadow Warrior“-Serie oder Gogo Yubari mit einer Abwandlung der "Fliegenden Guillotine". Beim zweiten (oder erstmaligen) Sichten lassen sich noch zahlreiche weitere Verbeugungen vor den Meistern des Trivialkinos entdecken. Sitzfleisch solle man allerdings mitbringen.

Fazit: Neuveröffentlichung von Quentin Tarantinos viertem Werk als meisterliche, zitatenreiche Genrehommage – auch wenn das Timing gegen Ende immer weniger funktioniert.




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Besetzung & Crew von "Kill Bill: The Whole Bloody Affair"

Land: USA
Weitere Titel: Kill Bill - The Whole Bloody Affair
Jahr: 2025
Genre: Action
Länge: 275 Minuten
FSK: 18
Kinostart: 16.04.2026
Regie: Quentin Tarantino
Darsteller: Daryl Hannah, Kevin C. Walls, Uma Thurman, Julie Dreyfus
Verleih: Studiocanal

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