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Morning Glory
Morning Glory
© Paramount Pictures Germany

Kritik: Morning Glory (2009)


Becky Fuller ist hübsch, klug und besessen von Fernsehnachrichten. Deshalb ist sie die Idealbesetzung als Produzentin einer Morgenshow in New Jersey und geht völlig in ihrer Arbeit auf. Dann erhält sie statt der erhofften Beförderung ihre Kündigung. Sofort stürzt sie sich voller Elan in Bewerbungen und nervt Senderchefs, aber sie bekommt eine Absage nach der anderen. Sie steht kurz davor, an sich, ihrem Leben und ihren Zielen zu zweifeln, als sie unverhofft eine Chance von Jerry Barnes, dem Chef des IBS Networks, erhält. Er sucht mal wieder nach einer ausführenden Produzentin für die Morgenshow „Daybreak“, deren Quoten im Keller liegen. Mit einer gehörigen Portion Naivität und noch mehr Enthusiasmus stürzt sich Becky in den Job, engagiert trickreich den ehemaligen Star unter den Nachrichtensprechern, Mike Pomery, für die Show und will die Sendung wieder auf der Vordermann bringen. Denn schnell wird ihr klar, dass die Zukunft von „Morning Glory“ auch über ihre Karriere entscheiden wird.
„Notting Hill“-Regisseur Roger Mitchell erzählt in „Morning Glory“ eine harmlose Geschichte über eine nette junge Frau, die beim Fernsehen Karriere machen will. Dabei verzichtet er auf jegliche Kritik an der Medienwelt und am Verhalten seiner Hauptfigur vermeidet. Weder Beckys absolutes Streben nach einer Karriere noch ihre grenzenlose Quotenjagd wird hinterfragt, stattdessen wird alles als normaler und alltäglicher Bestanteil dieser Branche bedenkenlos hingenommen. Sicherlich moniert die Figur Mike Pomery einige Male die Niveaulosigkeit der heutigen Fernsehnachrichten, dahinter verbirgt sich aber keine grundsätzliche Kritik, sondern symbolisiert lediglich die Antiquiertheit seines Charakters. Konsequenterweise wird daher die Szene, in der journalistische Tugenden um Erfolg führen, auch schnell zu einem Tochter-Ersatzvater-Moment. Denn eines muss man Mitchell zugutehalten: Er erzählt mit vermeintlich typisch medialen Accessoires wie großen Kaffeebechern stringent von dem Leben seiner Hauptfigur.
Und mit Rachel McAdams hat er eine ideale Besetzung für diese Rolle gefunden. Beschwingt spielt sie die nette, leicht tollpatschige Becky, die sich in der großen Welt der Medien behaupten muss. Mit ihrem Charme trägt sie wesentlich zu dem harmlosen Spaß bei, den dieser Film bereitet. Auch Diane Keaton als eine ehemalige Schönheitskönigin ist überzeugend. Allerdings stellt sich beispielsweise in dem Moment, in dem sie offenbart, dass sie im Hinblick auf Peinlichkeit keine Grenzen kenne, durchaus der Gedanke ein, dass aus dieser Rolle mehr herauszuholen gewesen. Auch im Zusammenspiel mit Harrison Ford, der hier leicht übertrieben den grimmigen alten Nachrichtensprecher gibt, blinzeln hin und wieder die Funken auf, die der Regisseur hätte herauskitzeln können. Deshalb bleibt am Ende des Films die unbefriedigende Gewissheit, dass man einen netten kleinen Film gesehen hat, der viel besser hätte sein können.
Fazit: Dank Rachel McAdams ist „Morning Glory“ ein netter Film, der harmlose Unterhaltung bietet.





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