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50/50 - Freunde fürs Über(leben) - Hauptplakat
50/50 - Freunde fürs Über(leben) - Hauptplakat
© Universum Film © 24 Bilder

Kritik: 50/50 - Freunde fürs Über(leben) (2011)


Kann Krebs komisch sein? Falls ja – will man man wirklich darüber lachen? Was "50/50" angeht, eine weitgehend autobiographische Geschichte von Seth Rogen (in deren Mittelpunkt allerdings sein mit einer seltenen Art von Tumor befallener Freund steht – Produzent und Co-Autor Will Reiser), kann man die Frage tatsächlich mit Ja beantworten: Zwar gibt es auch Rogens üblichen Brachialhumor, überwiegend bleibt die Komik aber gutmütig.
Vor allem aber funktioniert der Film dank seinem Hauptdarsteller (Joseph Gordon-Levitt), der als Adam zuerst verwirrt und ungläubig auf die Verkündigung der Diagnose durch den unsensibelsten Arzt aller Zeiten reagiert – lebt er doch nicht nur sportlich und gesund, nein "Ich recycle!!!". Und das meint er völlig ernst. Schließlich richtet er sich mit einer Mischung aus stoischer Akzeptanz und lakonischem Humor in seinem neuen Leben ein, unterstützt von seinem ältesten Schulfreund Kyle (Rogen in einer Version seiner üblichen Rollen). Adams Freundin Rachael (Bryce Dallas Howard) kommt mit der Krankheit dagegen überhaupt nicht klar, ebenso wenig wie Adams Mutter (Anjelica Huston), die sich parallel noch um seinen an Alzheimer erkrankten Vater kümmert.
Der Film wandert die üblichen bitteren Stationen einer fatalen Krankheit – Verzweiflung, Reaktionen von Freunden und Verwandten, Therapien – ab, ohne jemals in ein deprimierendes Tränendrama abzurutschen. Tatsächlich bleibt der Film durchweg Komödie: So gibt es Haschplätzchen zu den Chemositzungen, Rachael drängt Adam den hässlichsten Hund überhaupt als ständige Begleitung auf und Kyle nutzt die Krankheit seines Kumpels als Abschlepp-Alibi aus. Dennoch beschleicht einen nie das Gefühl, die Ernsthaftigkeit des Themas würde dadurch beiseite geschoben. Gordon-Levitt vermag es, der selbstironischen Haltung seines Charakters immer noch ein Gefühl der Hilflosigkeit und Einsamkeit im Angesichts seines möglichen Todes mitzugeben. Nur was den körperlichen Abbau angeht, kann man ein wenig meckern: Adam wird zwar blässer, bleibt aber bis zum Ende des Films durchtrainiert.
Die sich anbahnende Liebesgeschichte von Adam und seiner Psychotherapeutin (Anna Kendrick) muss wohl, fall sie sich tatsächlich so zugetragen haben sollte, eines dieser Geschehnisse gewesen sein, die nur für Insider nachvollziehbar sind. Oder aber ein Besetzungsfehler: Es gibt kaum Chemie zwischen den beiden. Dafür aber umso mehr zwischen Gordon-Levitt und Huston, die sich einige der bewegendsten Szenen teilen.
Fazit: "50/50" vermag es, ein dramatisches Thema in eine sich natürlich anfühlende Komödienform zu verpacken. Das Bewusstsein, dass es einen jederzeit selbst treffen könnte, bleibt stets präsent – ohne zu deprimieren. Ungewöhnlich und empfehlenswert!





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