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Der Pate 3: Der Tod von Michael Corleone - Epilog...Cut)
Der Pate 3: Der Tod von Michael Corleone - Epilog (Director's Cut)
© Universal Pictures International

Kritik: Der Pate 3: Der Tod von Michael Corleone - Epilog (Director's Cut) (1990)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Mit "Der Pate" (1972) und "Der Pate 2" (1974) schrieb der Regisseur Francis Ford Coppola Filmgeschichte; beide Werke gelten als nahezu makellose Klassiker des Kinos. Der im Dezember 1990 uraufgeführte dritte Teil wurde zwar ebenfalls für sieben Oscars nominiert und erzielte ein solides Einspielergebnis – dennoch gilt er vielen als Fehlschlag, der nicht annähernd die Klasse seiner Vorgänger zu erreichen vermochte. Als einer der Schwachpunkte wird oft die angeblich schwache Leistung von Coppolas Tochter Sofia in der Rolle von Michael Corleones Tochter Mary genannt. Die spätere, äußerst erfolgreiche Filmemacherin ("Lost in Translation", 2003) ersetzte die kurzfristig aus dem Projekt ausgeschiedene Winona Ryder und erhielt für ihre Darstellung gleich in zwei Kategorien den Schmähpreis der Goldenen Himbeere.

Anlässlich des 30. Jubiläums hat Francis Ford Coppola eine 4K-Restauration des Original-Negativs angefertigt und legt nun einen Director's Cut vor. Neben einem neuen Titel – "Mario Puzos Der Pate, Epilog: Der Tod von Michael Corleone" (im Original: "Mario Puzo's The Godfather, Coda: The Death of Michael Corleone") – sowie einer verbesserten Bild- und Tonqualität präsentiert der Regisseur ein neues Arrangement einiger Szenen, Einstellungen und Musikaufnahmen. Die neue Schnittfassung reflektiere deutlicher die ursprünglichen Absichten von ihm selbst sowie des Autors Mario Puzo, teilte Coppola im Vorfeld mit. Und tatsächlich wirkt der Recut, insbesondere in seinem Einstieg und in seinem Finale, stimmiger. Die Handlung beginnt dynamischer und findet einen angemesseneren Schluss; zudem wurden dem Werk ein paar Längen genommen.

Festhalten muss man bei dem Wiedersehen jedoch auch, dass der vergleichsweise schlechte Ruf des Films unabhängig von dessen Restauration keineswegs berechtigt ist. Das Krimidrama mag an mancher Stelle etwas überfrachtet sein, wenn es um Bank- und Immobiliengeschäfte, um familiäre Zwiste und eine Intrige gegen den neu gewählten Papst Johannes Paul I. geht; gleichwohl wartet Coppola mit zahlreichen eindrücklichen Sequenzen auf – etwa einem virtuos inszenierten Helikopter-Anschlag in Atlantic City oder einem furiosen Finale in der italienischen Oper. Al Pacino, Diane Keaton und Talia Shire verkörpern ihre bekannten Rollen abermals großartig, Andy Garcia, Joe Mantegna und Eli Wallach sind passende Neuzugänge – und auch die Darbietung von Sofia Coppola hat die einstige Schmähung nicht verdient.

Fazit: Ein umstrittener Film, der sich in neu editierter Form wiederentdecken (und würdigen) lässt. Gekonnt in Szene gesetzt und durchweg gut gespielt.




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