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Die Eleganz der Madame Michel (2009)

Le hérisson

Französisch-Italienische Dramödie: Die 11-jährige Paloma beschließt, sich an ihrem 12. Geburtstag umzubringen. Ähnlich wenig vom Leben erwartet Renée, Concierge im Stadthaus, in dem Paloma mit ihren Eltern wohnt. Doch als der Japaner Kakuro in das Haus einzieht, wird das Leben für Renée und Paloma plötzlich interessanterUser-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.7 / 5

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Mit 11 Jahren stellt Paloma fest, dass das Leben sinnlos ist und beschließt, sich an ihrem 12. Geburtstag umzubringen.Ihre bourgeoisen Eltern sind viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt, um von den Plänen des Mädchens etwas mitzukriegen.
Die Concierge des herrschaftlichen Stadthauses in Paris, in dem Paloma wohnt, heisst Renée, ist 54 Jahre alt, liest Tolstoj und philosophische Werke. Sie ist klein, dick, hat Hühneraugen und erwartet ebenfalls nichts mehr vom Leben. Da zieht ein neuer Mieter ins Haus ein, der Japaner Kakuro - und mit seiner Ankunft ändert sich für Paloma und Renée plötzlich eine Menge ...

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Die Eleganz der Madame MichelDie Eleganz der Madame MichelDie Eleganz der Madame MichelDie Eleganz der Madame MichelDie Eleganz der Madame MichelDie Eleganz der Madame Michel

Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: Frankreich, Italien
Jahr: 2009
Genre: Drama, Komödie
Länge: 99 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 06.05.2010
Regie: Mona Achache
Darsteller: Jeanne Candel, Josiane Balasko, Miyako Ribola
Verleih: Central Film

ZusatzinformationAlles anzeigen

DIE CONCIERGE – EIN FRANZÖSISCHER MYTHOS

Im Mai 1990 rief die nationale Concierge-Gewerkschaft ihre Mitglieder auf, sich vor dem Festivalpalais in Cannes zu versammeln. Wollte man rasch [...mehr] noch mal über die Stufen der großen Freitreppe wischen, bevor die Stars anrauschten? Im Inneren des Palais kaputte Glühbirnen austauschen? Oder die Nachnahmelieferung der wertvollen Goldenen Palmen quittieren? Mitnichten. Die Gewerkschaftler beabsichtigten einen Protest gegen das (Zerr-)Bild der Concierge, mit dem die Filmbranche ihrer Meinung nach eine Art cineastischen Rufmord betrieb.

Tatsächlich ist der/die Concierge – ein Wort, das Anfang des 19. Jahrhunderts erstmals in der französischen Sprache auftauchte und sowohl für Männer wie für Frauen gebräuchlich ist – aus Frankreichs Alltag und seiner Kultur nicht mehr wegzudenken. Schon Honoré de Balzac und Eugène Sue, zwei der erfolgreichsten Schriftsteller des 19. Jahrhunderts, setzten der Concierge in ihren Romanen ein wenig schmeichelhaftes Denkmal, denn sie schilderten sie als geschwätzigen Hausdrachen, der mit Vorsicht zu genießen ist. Ob Literatur, Malerei, Fotografie, Karikatur, Comic, Theater oder Film – nahezu jede Kunstgattung knöpfte sich in den vergangenen 150 Jahren die weibliche Concierge vor, und selten zeichnete man ein positives Bild. Dass männliche Vertreter eine eher untergeordnete Rolle spielen, mag verwundern, hat aber einen realen Hintergrund: In Pariser Wohnhäusern wurden und sind vor allem Frauen als Hausmeister beschäftigt. Das „typische“ Bild der vierschrötigen Concierge, die wie ein Wachhund in ihrer Loge thront, haben bis heute vor allem die in den 1950er bis 1970er Jahren entstandenen Schwarzweißbilder des legendären Fotografen Robert Doisneau geprägt.

Die Concierge kümmert sich um die Post und bringt die Mülleimer raus, sie fegt den Bürgersteig und erledigt kleine Reparaturarbeiten, wacht mit Argusaugen darüber, wer das Haus betritt und verlässt. Vor allem aber mischt sie sich, ob ungefragt oder dazu aufgefordert, in das Leben der Hausbewohner ein. Je nach Standpunkt ist sie deshalb eine liebenswürdige, unentbehrliche Perle – oder ein tratschendes, hässliches altes Weib in Kittelschürze.

Die Concierge – ein aussterbender Berufszweig? Ohne Zweifel. In Gefahr ist aber auch das Wort selbst. Viele Hausmeisterinnen sind es nämlich leid, dass Concierge zu einem Synonym für Hausdrachen geworden ist. Deshalb wollen sie wertneutral „gardienne“ genannt werden. Dem Mythos der Concierge dürfte diese schleichende Veränderung nichts anhaben. So wie das ewige Klischee der Männer mit Baskenmütze, im Mundwinkel die obligatorische Gauloise, Bestand hat, wird auch im 21. Jahrhundert die typische Concierge weiterleben.

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Die Eleganz der Madame Michel
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