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Texas Killing Fields
Texas Killing Fields
© Ascot Elite

Kritik: Texas Killing Fields (2011)


Dunkle Bilder, in denen Blautöne dominieren. Zwei Cops, die einen Serienkiller überführen wollen. Ein Leichenfundort, der in der Nacht vom Regen überspült wird. Schon die ersten Minuten von "Texas Killing Fields" weisen in Richtung Film noir. In ihrem Film erzählt Ami Canaan Mann, Tochter von Michael Mann, eine auf einem wahren Fall basierende Geschichte über die Jagd nach einem Serienkiller, der in Texas sein Unwesen getrieben hat. Dabei setzt sie auf die klassischen Zutaten einer Cop-Story:
Der New Yorker Detective Brian Heigh (Jeffrey Dean Morgan) hat sich nach Texas versetzen lassen, nachdem er einen Mörder nicht fassen konnte. Aber auch dort werden Menschen ermordet und so taucht bald eine tote Frau auf. Außerdem erfährt er von seiner Kollegin (Jessica Chastain) aus einem angrenzen Bezirk, dass dort eine weitere Frau vermisst wird. Als wenig später eine dritte Frau einen Übergriff meldet, wächst in ihm die Gewissheit, dass er einen Serienmörder sucht. Sein Partner Mike Souder (Sam Worthington) möchte davon anfangs nichts hören, sondern konzentriert sich lieber auf zwei vorbestrafte Zuhälter. Aber auch er erkennt allmählich, dass Brian richtig liegen könnte.

Im Grunde genommen bietet die Geschichte ausreichend Stoff für einen spannenden Thriller, aber leider hat sich Ami Canaan Mann gegen eine kohärente Erzählweise entschieden. Dadurch verliert sie sich zusehends in den verschiedenen Strängen ihres Film: zwei unterschiedliche Polizisten müssen zusammenarbeiten, hinzu kommt, dass die Ermittlerin in dem angrenzenden Bezirk Mikes Ex-Frau ist – und sich Brian um die junge Anne (Chloë Grace Moretz) kümmert, die von ihrer betrunkenen und promiskuitiven Mutter meist außer Haus geschickt wird. Durch die fehlende Stringenz in der Erzählung ist es schwierig, der eigentlichen Geschichte zu folgen, vor allem aber entsteht dadurch in den entscheidenden Momenten keine Spannung. Hier hätte sich Ami Canaan Mann entscheiden müssen, ob sie ein klares Polizisten-Drama drehen möchte, in dem der harte Arbeitsalltag und die Ermittlung im Vordergrund steht, oder ein Drama über die Schwachen, Armen und Rechtlosen in Texas. Indem sie aber versucht, beiden Aspekten gleichermaßen gerecht zu werden, gehen Spannung und trotz einiger gelungener Bilder auch Atmosphäre verloren. Außerdem fehlen hier Einfälle, die nicht bereits aus anderen Filmen und Serien bekannt wären, und auch die Guten und Bösen sind zu leicht zu unterscheiden.

Damit bleibt von "Texas Killing Fields" vor allem das beeindruckende Spiel von Jeffrey Dean Morgan in Erinnerung, der den gläubigen Familienvater und Polizisten überzeugend verkörpert. Eindringlich wird deutlich, dass er sich immer mehr in den Fall verbeißt und fiebrig nach dem Täter sucht. Daneben besteht Chloë Grace Moretz, die die interessanteste Figur des Films verkörpert. Anne ist bereits vorbestraft, kommt aus schwierigen Verhältnissen und versucht sich irgendwie durchs Leben zu schlängeln. Das gelingt ihr am besten, indem sie nicht auffällt – allerdings erkennt sie, dass sie durch ihre Bekanntschaft mit Brian eine Chance auf eine Veränderung hat. Hier gelingt es Chloë Grace Moretz insbesondere über ihre Mimik und Körpersprache, Annes Verlorenheit auszudrücken. Im Vergleich dazu bleiben Sam Worthington und Jessica Chastain blasser.

Fazit: "Texas Killing Fields" ist ein durchschnittlicher Independentfilm, dessen schwache Inszenierung von guten Schauspielern weitgehend aufgefangen wird.




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