oder

Escape Plan (2013)

The Tomb

US-Action: Ray Breslin ist ein genialer Konstrukteur von Hochsicherheitsgefängnissen, der sich selbst inkognito in seine Konstruktionen einsperren lässt um deren Ausbruchssicherheit zu testen. Überall findet er noch eine Sicherheitslücke, die ihm das Entkommen ermöglicht. Da erhält er vom CIA den mit Abstand brisantesten Auftrag seiner bisherigen Karriere.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 1.6 / 5

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Wer den Sicherheitsexperten Ray Breslin (Sylvester Stallone) austricksen will, muss sich schon etwas einfallen lassen - denn der Haudegen konstruiert Hochsicherheitsgefängnisse auf der ganzen Welt und testet sie im Selbstversuch auf ihre Ausbruchsicherheit. Nach acht Jahren ungebrochenen Erfolgs willigt er in einen allerletzten Job ein: Als Terrorist getarnt soll er ein "Das Grab" genanntes, verstecktes High-Tech-Gefängnis auf Herz und Nieren prüfen. Kaum angekommen, wird Breslin Zeuge eines brutalen Mordes, den ein sadistischer Wärter an einem Insassen begeht. Als Gefängnisdirektor Willard Hobbes (Jim Caviezel) versucht, den Vorfall unter den Teppich zu kehren, beschließt Breslin, seinen Undercover-Einsatz durch einen vorab vereinbarten Evakuierungs-Code abzubrechen, um das Verbrechen öffentlich zu machen. Den Gefängnisdirektor interessiert dieser Code allerdings wenig: Er will den Mord vertuschen und dafür sorgen, dass Breslin im Gefängnis festgehalten und so mundtot gemacht wird. Zum ersten Mal ist Breslin tatsächlich selbst inhaftiert und es bleibt ihm nichts anderes übrig, als seinen Auftrag fortzusetzen. Zusammen mit dem undurchschaubaren Häftling Emil Rottmayer (Arnold Schwarzenegger) schmiedet er einen Fluchtplan, muss aber bald feststellen, dass er in einer meisterhaften Umsetzung seiner eigenen Sicherheitsempfehlungen gefangen ist. Um zu entkommen, muss Ray also die nicht vorhandene Lücke in seinem eigenen System finden.

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Doppelt hält bekanntlich besser und deshalb kommt spätestens seit "Alien vs. Predator" (2004) in Hollywood auch eine Kampfmaschine selten alleine. So verwundert es nicht, dass in "Escape Plan" mit dem Ex-Terminator und Ex-Gouvernator Arnold Schwarzenegger und dem Ex-Rambo und Ex-Rocky Sylvestor Stallone die beiden größten Ikonen des 80er-Jahre-Testosteron-Kinos erstmalig gleichberechtigt gemeinsam auf der großen Leinwand zu sehen sind. Interessanterweise sind die berüchtigten Muskelpakete in diesem Film nicht die beiden großen Antagonisten, sondern die Verbündete im Kampf gegen ein übermächtiges System. Bemerkenswert ist auch, dass die beiden weniger für ihr ausgefeiltes Schauspiel, als für ihre markigen One-liner bekannten Schauspieler in diesem Action-Thriller nicht als Männer der schlagkräftigen Argumente, sondern als hochintelligente Geistesarbeiter eingeführt werden. Der für seinen unnachahmlichen Dackelblick berühmte Silvester Stallone mimt das größte Gefängnis-Konstruktions-Genie der Welt, während Schwarzenegger seinen Akzent einmal ganz offiziell anwenden darf, um den einzigen Mann zu spielen, der den Aufenthaltsort des berüchtigten Wirtschaftsverbrechers Mannheim kennt.

Die imposante Gefängniskonstruktion "Das Grab" deutet mit seinen gläsernen Zellen ebenfalls eindeutig darauf hin, dass man hier, wenn überhaupt, nicht mit purer Muskelkraft, sondern nur mit dem scharfen Verstand eines Schachgroßmeisters herauskommt. So erscheint "Escape Plan" über weite Strecken kein klassischer Hau-Drauf-Actionfilm zu sein, sondern ein gerade für seine beiden Stars recht langsamer Gefängnisausbruch-Film, bei dem es mehr um das Aushecken eines genialen Planes, als um das Ausschalten möglichst vieler Gegner geht. Auch sind Schwarzenegger und Stallone ja nicht mehr die Jüngsten und so erscheint es nur konsequent, dass sie hier im Vergleich zu ihren alten Klassikern mal einen Gang herunterschalten. Die für lange Zeit brachialste Szene des Films ist deshalb auch keine Actionszene sondern eine, in der Schwarzenegger alias Emil Rottmayer mimt, dem Wahnsinn anheimzufallen. Der gebürtige Österreicher, der einen gebürtigen Deutschen spielt, gerät in dieser famosen Szene derart in Rage, dass er auf einmal in seiner Muttersprache spricht und dabei nichts als wirres Zeug von sich gibt.

Das ist auch die wahrscheinlich einzige Szene von "Escape Plan", die länger im Gedächtnis haften bleiben wird. Denn irgendwann wurde dem Regisseur Mikael Håfström ("Zimmer 1408") offenbar bewusst, dass mit all der halbherzigen Guantanamo-Kritik und den mit gigantischen Logiklöchern gespickten Versuchen einen intelligenten Aufbau vorzutäuschen, irgendwann einmal Schluss sein muss. Ab dem Zeitpunkt münden all die ach so cleveren Ausbruchspläne in die altbewährte Taktik von maximaler Schuss-und Schlagkraft. Ab da sind sowohl Schwarzenegger, als auch Stallone endlich wieder so richtig in ihrem Element. Wie bereits Bruce Willis in der "Die Hard"-Serie treten auch sie an um zu beweisen, dass selbst in einer hochtechnisierten Welt ein sich vorrangig durch seine rohe Muskelkraft auszeichnender und deshalb wild schwitzender Mann noch immer am längeren Hebel sitzt.

Fazit: "Escape Plan" möchte ein intelligenter Ausbruchsfilm sein und vielleicht sogar ein wenig Gesellschaftskritik üben. Aber vor allem möchte er seine Hauptdarsteller als die Action-Ikonen, die sie nun einmal sind, inszenieren. So muss irgendwann natürlich auch endlich die Action her und darf alles, was zuvor recht halbherzig aufgebaut wurde, einfach wieder plattwalzen.




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Land: USA
Jahr: 2013
Genre: Action, Thriller
Länge: 116 Minuten
FSK: 16
Kinostart: 14.11.2013
Regie: Mikael Håfström
Darsteller: Sylvester Stallone als Ray Breslin, Arnold Schwarzenegger als Emil Rottmayer, James Caviezel als Hobbes
Verleih: Concorde

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