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Die Monster Uni - Poster
Die Monster Uni - Poster
© Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

Kritik: Die Monster Uni (2012)


Eine gute Ausbildung hat noch keinem geschadet. Ganz im Gegenteil: Für manche Berufe bedarf es sogar akademischer Weihen. Da machen selbst Monster keine Ausnahme. Wer eines Tages ein angesehener "Schrecker" werden will, der sich durch interdimensionale Türen in die Schlafzimmer der Menschenkinder schleicht, um ihnen Angstschreie zu entlocken, dessen Energie das Monsterreich zum Überleben dringend braucht, muss das Fach Schreckologie auf der Universität belegen; und am Ende natürlich einen Abschluss vorweisen.

"Die Monster Uni" bildet das Prequel zu "Monster Inc.", dem erfolgreichen Animationsstreifen aus dem Jahr 2001, der Pixar-Studios, die mittlerweile 14 abendfüllende Kinofilme vorzuweisen haben; darunter "Merida", "Wall-E", "Die Unglaublichen" oder die "Toy Story"-Trilogie. Im Grunde eine ungebrochene Erfolgsgeschichte - und auch das neueste Werk der Trickfilmschmiede sollte diesbezüglich keine Ausnahme bilden. Titelhelden sind die bereits bekannten großen Schrecker Mike Glotzkowski und James P. "Sulley" Sullivan, die sich in dieser Vorgeschichte aber erst mal kennenlernen und zusammenraufen müssen. Wie kaum anders zu erwarten, wird das nicht ganz ohne Tumult, Reibereien und Blessuren vonstattengehen und natürlich einer gehörigen Portion Humor.

Als komplett überdrehtes, cartooneskes Zerrbild vom Leben und Überleben in typisch amerikanischen Colleges finden darin selbstverständlich die wohlbekannten Klischees und Stereotypen üblicher Studentenstreifen Platz, die süffisant persifliert oder konterkariert werden. Sidekicks in Richtung altehrwürdiger Institutionen des amerikanischen Hochschulbetriebs bleiben ebenso wenig aus, wie derbe Studentenstreiche, lässige Verbindungen samt feucht-fröhliche Feten und sogar Dekane, die selbst Studierenden der Schreckologie noch das Grauen lehren können. Die beiden späteren Freunde müssen in dem ganzen Tohuwabohu ihren Platz finden und beweisen, dass aus ihnen eines Tages Schrecker von Format werden können. Dabei fällt dem körperlich wenig beeindruckenden Mike die Rolle des Außenseiters zu, während Big Sulley auf Platzhirsch und Alphamännchen machen darf.

Die über 100 Minuten Spielzeit weisen jedoch, trotz hohen Tempos, guter Gagdichte, originellen Figuren und vielen weiteren Schauwerten, auch ein gewisses Maß an Redundanz auf. Besonders das wiederholte Herumreiten auf der Loser-Leier ist des Guten zuweilen zu viel. Ein wenig Straffung hätte dem Film an der einen oder anderen Stelle womöglich gut getan. Insgesamt kommt "Die Monster Uni" für die heutige Zeit auch etwas zu beliebig daher. Besonders die älteren Filmfreunde könnten mitunter nicht mehr so gut wie noch beim Vorgänger auf ihre Kosten kommen. Das vertraute knuffige Design, die liebevoll gestaltete Monsterwelt und der Detailreichtum vermögen das aber wieder ein Stück weit zu kompensieren. Zudem ist der Streifen, allein schon wegen des hohen Slapstickanteils, ganz offensichtlich eher als Spektakel für jüngere Zielgruppen angedacht. Final erwartet den Zuschauer allerdings noch eine Lektion des "American Dream", gewissermaßen eine Version "Vom Tellerwäscher zum Millionär" oder eine Lehrstunde darin, wie man es, wenn man nur wirklich will, von ganz unten bis ganz nach oben auf der Karriereleiter bringen kann.

Fazit: Eine gefühlte Ewigkeit dauerte es bis zur Fortführung des Animationshits "Monster Inc." Aus dem Sequel ist aber eine Vorgeschichte geworden; ein Teenager-Collegefilm, der viel bekanntes aus Realfilmvorlagen skurril nachzeichnet und Monsterwelt-typisch adaptiert. Trotz einiger Längen gelingt es somit, dem allen einen Neureiz zu entlocken, und gerade für die Jüngeren dürfte "Die Monster Uni" ein echt monstermäßiges Vergnügen werden.





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