VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder

Kritik: Die Wolf-Gäng (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

"Die Wolf-Gäng" beruht auf der gleichnamigen Roman- und Hörbuch-Reihe von Wolfgang Hohlbein, der sich in den letzten zehn Jahren zu einem der erfolgreichsten Fantasy-Autoren Deutschlands entwickelt hat. Regie führte Tim Trageser, dem mit "Hilfe, ich habe meine Eltern geschrumpft" bereits ein großer Erfolg im Genre des "Kinderfilms" gelang. Ihm stand eine Reihe eine an namhaften Schauspielern zur Verfügung, vor allem für die Nebenrollen: von Axel Stein über Rick Kavanian bis hin zu Sonja Gerhardt.

Es ist von der ersten Minute an nicht zu übersehen, bei welcher Fantasy-Geschichte sich Autor Hohlbein überdeutlich bedient hat. Eine von einem düsteren Wald umgebene Schule für Magie und Zauberei, drei junge Helden, die mit ihren Fähigkeiten ringen und sich dunklen Mächten entgegenstellen müssen sowie allerlei phantastische Wesen und bizarre Charaktere: "Die Wolf-Gäng" erinnert natürlich mit jeder Faser an "Harry Potter" und muss sich deshalb auch einem Vergleich mit dem Fantasy-Epos von Joanne k. Rowling stellen.

Es fällt früh auf, dass die Vorkommnisse in der Schule sowie die "Penner-Akademie" als Schauplatz leider nur eine untergeordnete Rolle spielen. Gerade dieser Aspekt (vom skurrilen Lehrplan über die wahnwitzigen Unterrichtsfächer bis hin zu den Lehrern) machte einen großen Reiz der "Potter"-Werke aus. Stattdessen legt Trageser seinen Schwerpunkt auf den Kampf der jungen Helden gegen die finsteren Mächte und die Versuche, über sich selbst hinauszuwachsen. Das gestaltet sich mitunter etwas vorhersehbar und generisch, allerdings würzt Trageser all dies mit süffisantem Wortwitz und geschliffenen Dialogen, die er seinen spielfreudigen Akteuren in den Mund legt.

Apropos Akteure: Die Jungdarsteller spielen ihre erwachsenen Kollegen ein ums andere Mal an die Wand. Gerade Schauspielern und gestandenen Comedy-Größen wie Rick Kavanian (als Vlads Vater) und Axel Stein (als Schul-Hausmeister) hätte man mehr Screen-Time gewünscht. Gelungen allerdings sind Optik und Ausstattung. Allen voran die Handlungsorte und Szenerien des fiktiven Ortes Crailsfeld bestechen durch Atmosphäre und eine urige Fachwerk-Idylle (gedreht wurde in der beschaulichen Vogelsberger Gemeinde Alsfeld), die in ihren Bann zieht.

Fazit: Solider und brav inszenierter Mix aus Fantasy, Kinder-Grusel und Coming-of-Age, der sich allzu überdeutlich an Harry Potter anlehnt, mit seinen tollen Kulissen und sehenswerten Effekten allerdings beeindruckende Schauwerte bereithält.




Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.