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Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger - Teaserplakat
Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger - Teaserplakat
© 20th Century Fox

Kritik: Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger (2012)


Ang Lees Bestseller-Verfilmung "Life of Pi – Schiffbruch mit Tiger" ist ein berauschendes Kino-Erlebnis und ein hervorragender 3D-Film. Er nutzt diese Technik, um die Gefahren und den Zauber von Pis Reise den Zuschauer spüren zu lassen und zieht ihn dadurch in eine zauberhafte Welt.

Die Launen der Natur in all ihrer Zerstörung und Schönheit fasst Ang Lee in fantastische Bilder, die wundervoll und grausam sind. Hier wird der gesamte Zauber, aber auch die Qualen von Pis Überlebenskampf auf dem Rettungsboot deutlich. Beeindruckend ist zudem der Tiger Richard Parker, der größtenteils am Computer unter der Leitung von Bill Westenhofer ("Die Chroniken von Narnia: Der König von Narnia") entstanden ist. Aufbauend auf der Technik von "Planet der Affen: Prevolution" ist ein Wesen entstanden, das ungemein lebensecht erscheint. Seine Bewegungen und seine Mimik ist beeindruckend, dabei bleibt Robert Parker stets ein Tier und nimmt keinerlei menschliche Züge an. Vielmehr wird mit Unterstützung einer subjektiven Kamera sowohl die Schönheit als auch die Gefährlichkeit dieses Tieres deutlich.

Eingefasst ist der Überlebenskampf von Pi in eine Rahmenerzählung, in der sich der erwachsene Pi (Irrfahn Kahn) mit einem Schriftsteller trifft. Mit guten Straffungen gegenüber der Romanvorlage verleiht insbesondere die schauspielerische Leistung von Irrfahn Kahn dem ehemals jungen Abenteurer sehr viel Tiefe, Wärme und Überzeugung, so dass die Geschichte trotz aller Wunder glaubwürdig bleibt. Dabei gelingt es Ang Lee mit den Zweifeln der Zuschauer zu spielen. "Life of Pi" erzählt eine unglaubliche Geschichte, die manche Fragen aufwirft – und am Ende werden diese Zweifel aufgegriffen, ohne sie zu beseitigen. Hier hält sich Ang Lee eng an den Bestseller von Yann Martel.

Ohnehin ist "Life of Pi" eine werkgetreue Verfilmung des Buches, was vor allem der 3D-Technik zu verdanken ist. Durch diese dritte Dimension fasst Ang Lee die Außergewöhnlichkeit der Situation, das Ausgeliefertsein, Pis unbändiges Staunen und seine tiefe Religiosität ins Bild. Wenn das Schiff im Sturm versinkt, wird durch das 3D erst deutlich, welch gigantisches Ereignis es ist. Dabei kann man dem Film sicherlich vorwerfen, dass manches zu glatt und esoterisch ist – zumal sich der tiefere Sinn des Ganzen erst am Ende offenbart. Wer aber von dem Buch "Schiffbruch mit Tiger" hingerissen war, wird es von dem Film ebenfalls sein. Und allen anderen bietet dieser Film ein ästhetisch eindrucksvolles Seh-Erlebnis.

Fazit: Ang Lees Bestseller-Verfilmung "Life of Pi – Schiffbruch mit Tiger" ist ein visuell berauschendes Kino-Erlebnis und einer der besten 3D-Filme, die bisher zu sehen waren.




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