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Playing the Field
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© FilmDistrict

Kritik: Kiss the Coach (2012)


Die Geschichte hinter "Kiss the coach" beruht auf wahren Begebenheiten. Der Drehbuchautor Robbie Fox arbeitete selbst vor einigen Jahren als Trainer einer Fußball-Juniorenmannschaft und bemerkte recht schnell, wie er das Interesse der Spieler-Mütter auf sich zog. So wurde die Idee für "Kiss the coach" geboren, einem Film, der zwar zu keinem Zeitpunkt völlig enttäuscht, sich insgesamt aber auch nicht zwischen Komödie und Familien-Drama entscheiden kann und daher leider reichlich unentschlossen bleibt. Bemerkenswert an Gabriele Muccinos drittem Hollywood-Film (nach "Das Streben nach Glück" und "Sieben Leben") ist die mit Gerard Butler, Jessica Biel, Uma Thurman, Catherine Zeta-Jones und Dennis Quaid besetzte, extrem hohe Star-Dichte. Was den Film aber auch nicht wirklich besser macht.

"Kiss the Coach" beweist auf eindrucksvolle Art, dass ein hochkarätig besetzter Cast noch längst nicht die Garantie oder zumindest die halbe Miete für einen gelungenen Film darstellt. Den namhaften Darstellern wie Gerard Butler, Jessica Biel oder auch Uma Thurman wird hier die schwierige und undankbare Aufgabe zuteil, ein durchwachsenes Drehbuch nach bekanntem Routineschnulzen-Muster mit Leben zu füllen. Im Mittelpunkt der Handlung steht ein ehemaliger Spitzensportler, der auf der Sonnenseite des Lebens stand und alles zu haben schien: Erfolg im Beruf, Geld, Frauen. Doch dann kam die Pleite und sein privilegiertes Leben fand ein jähes Ende. Geläutert macht er sich in sein altes Zuhause auf und nimmt sich vor, seinem Sohn ein besserer Vater zu sein. Und ganz nebenbei beginnt er damit, um das Herz seiner Ex-Frau zu kämpfen.

"Kiss the coach" erzählt die altbekannte, bereits dutzendfach gesehene 08/15-Story vom draufgängerischen Abenteurer und Fraueneroberer, der sein altes Leben hinter sich lässt und Verantwortung für sich und sein Leben übernehmen muss. Regisseur Muccino erzählt seine Geschichte dabei mit einer Mischung aus komischen Elementen und ernsten, nachdenklichen Untertönen, ohne zu irgend einem Zeitpunkt klar Stellung zu beziehen und sich für ein Genre zu entscheiden. So fragt man sich als Zuschauer nicht nur einmal, ob man mit Hauptfigur George aufgrund seiner zerfahrenen privaten Verhältnisse nun Mitleid haben oder sich mit ihm ob des neuen Erfolgs als Trainer freuen soll. Zwischen diesen Fragen, die man sich während des Films häufiger stellen muss, liegen oft nur wenige Minuten. Dies macht nochmals die chaotische Mischung aus komödiantischen und dramatischen Zügen deutlich. Hinzu kommt, dass die meisten Figuren (und dabei vor allem die Mütter) extrem holzschnittartig und einheitlich gezeichnet sind. Sie erscheinen zumeist nur als chronisch rollige Hausfrauen, die scheinbar nur Interesse an einer Sache haben: dem extrem heißen Modellmann George, der seit kurzem als neuer Fußball-Trainer ihrer Söhne arbeitet. Das ist ärgerlich und wird den charmanten Darbietungen der Schauspielerinnen nur unzureichend gerecht. Denn auf schauspielerischer Ebene vermag "Kiss the coach" zu überzeugen, gegen das schwache, fantasielose Drehbuch können aber auch Größen wie Gerard Butler und Uma Thurman nichts ausrichten.

Fazit: Stars wie Gerard Butler, Uma Thurman und Jessica Biel kämpfen sich durch eine durchwachsene Routine-Schnulze, die auf einem fantasielosen Drehbuch beruht und sich nicht zwischen Komödie und Drama entscheiden kann.




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