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Free Birds -  Esst uns an einem anderen Tag
Free Birds - Esst uns an einem anderen Tag
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Kritik: Free Birds - Esst uns an einem anderen Tag (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Die überdrehte Animationskomödie "Free Birds" von Regisseur Jimmy Hayward schickt zwei Truthähne auf Zeitreise in die amerikanische Vergangenheit. Reggie und Jake wollen ihre stolzen, wilden Vorfahren des Jahres 1621 darüber aufklären, dass sie eine Verantwortung künftigen Generationen gegenüber haben: Keinesfalls dürfen sie als Braten auf dem ersten Thanksgivingfest der Pilgerväter landen! Diese originelle Filmidee erscheint in Zeiten der Kritik an Massentierhaltung und Fleischkonsum recht aktuell.

Die Truthähne eignen sich gut dazu, menschliche Eigenschaften zu parodieren. Reggie wird mit seiner ironischen Schlagfertigkeit zum Außenseiter unter seinen tumben Artgenossen, denen das Denken weniger liegt. Das gilt auch für den militaristischen Jake, dessen Entschlossenheit in keinem Verhältnis zu seinem Durchblick steht. Das ungleiche Duo trifft in der Vergangenheit auf eine Kolonie wilder Truthähne, die sich vor den Jägern des Siedlerforts verstecken. Jake bekommt dort einen Konkurrenten um die Position des Alphatiers, mit dem er sich um die Wette aufplustern kann. Auf Reggie hingegen wartet in Gestalt der smarten Jenny eine romantische Entdeckung.

Der Kampf der Truthähne gegen die Siedler sieht weitgehend aus wie ein historischer Abenteuer- und Schlachtenfilm. Die wilden Vögel tragen sogar Kriegsbemalung nach Indianerart und den Siedlern fliegen irgendwann die brennenden Kürbisgeschosse um die Ohren. Das alles ist in eine malerische Waldkulisse gebettet, die im Rot des Indian Summer leuchtet. Dennoch muss auch die sprechende Zeitmaschine S.T.E.V.E. den Truthähnen beistehen. Die Kombination aus effektreichem Zeitreisespektakel und historischem Setting bei den Pilgrim Fathers wirkt nicht nur visuell, sondern auch inhaltlich ziemlich merkwürdig.

Die vielen Twists der ausgelassenen Geschichte geben ihr den Anstrich einer psychedelischen Sci-Fi-Satire. Fröhlich steuert sie auf den Chaospunkt zu, an dem Reggie mit weiteren Exemplaren seiner selbst aus anderen Epochen konfrontiert wird. Unübersichtlich wird die Handlung auch, weil der Film unterwegs überall Kleinigkeiten findet, die sich noch witzig ausschmücken lassen. Dieser Comedy-Humor ist zwar oft unwiderstehlich lustig, aber weniger wäre hier insgesamt doch mehr gewesen.

Fazit: Zwei Truthähne auf Zeitreise zum ersten Thanksgiving, um den Putenbraten aus der Geschichte zu tilgen: Die schräge und oft witzige Animationskomödie verliert vor lauter Ideen unterwegs den Überblick.





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