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Passion - Hauptplakat
Passion - Hauptplakat
© Ascot © 24 Bilder

Kritik: Passion (2013)


Auf die Frage, wie er die Handlung seines Films in einem Satz zusammenfassen würde, antwortet Brian de Palma in einem Interview im Presseheft des Films mit "Zwei Frauen kämpfen um die Macht." Doch dreht sich "Passion" weniger um Macht im Sinne des Erfolgs als vielmehr um Macht über andere Menschen. Christine fordert bedingungslose Liebe, Anbetung und Treue von ihrem Mitmenschen – solange sie für sie interessant sind. Danach lässt sie sie fallen oder wendet sich gegen sie. Anfangs verhält sich Isabelle den Wünschen Christines gemäß, aber schon bald mehren sich die Hinweise, dass sie ihre eigenen Interessen verfolgt. Dadurch steht der Zuschauer auf der Seite von Isabelle, der blassen und schüchternen Mitarbeiterin, die von ihrer schönen, aber unsympathischen Chefin ausgenutzt wird. Doch es fügen sich im weiteren Verlauf Widerhaken in diese Figur ein, die nicht ganz so hilflos zu sein scheint. Außerdem gibt es noch Isabelles Assistentin Dani (Karoline Herfurth), die auf Isabelles Seite steht und ebenfalls eigene Motive verfolgt. "Passion" ist ein Film, der auf den Überraschungseffekt setzt, daher soll über die Intrigen, in die sich diese Frauen verstricken, nicht allzu viel verraten werden soll.

Doch nicht nur die Figuren spielen miteinander, Brian de Palma versucht im Stile der Psychothriller der 1980er Jahre, den Zuschauer einzuwickeln. Das gelingt allerdings nur im ersten Teil des Films, da Brian de Palma insgesamt allzu deutliche Hinweise auf den Fortgang der Handlung eingebaut, so dass insbesondere thrilleraffine Zuschauer schnell ahnen werden, in welche Richtung sich alles entwickelt. Und am Ende überdreht er dann die Twists allzu sehr.

Mit seinem Plot kann "Passion" daher nicht überzeugen, dafür aber in der Inszenierung. In der ersten Hälfte herrscht ein spielerischer Ton vor, der von dem Soundtrack sehr deutlich akzentuiert wird. Mit Isabelles zunehmender Selbständigkeit verändert sich der Stil des Films – Licht- und Schattensetzung erinnern an den film noir, durchbrochen von Zitationen des Psychothrillers der 1980er Jahren. Dadurch wird selbst der Stil zum Spiel – und die Ästhetik der größte Pluspunkt des Films.

Doch insgesamt fügen sich bei "Passion" die einzelnen Teile nicht zusammen. Visuell glänzend, schwächelt der Film in Plot und bei den Charakteren. Insbesondere Christine ist eher Karikatur denn Charakter. Dagegen vermag auch Rachel McAdams nichts ausrichten, die mit sichtlicher Freude die böse Intrigantin spielt. Auch den anderen Schauspielern sind die Mühen anzumerken. Daher wird der Film vor allem Zuschauern gefallen, die weniger Wert auf den Plot legen und sich stattdessen an der Bildsprache erfreuen können.

Fazit: "Passion" ist ein visuell eindrucksvoller Film, der aber aufgrund des vorhersehbaren und schwachen Plots nicht vollends überzeugt.





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