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Planes
Planes
© Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

Kritik: Planes (2012)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Nachdem vor knapp zwei Monaten der lieblos heruntergekurbelte russische Animationsfilm "Jets – Helden der Lüfte" über die deutschen Leinwände flimmerte, steht nun die ähnliche gelagerte Disney-Produktion "Planes" in den Startlöchern – ein Spin-Off der beiden äußerst erfolgreichen "Cars"-Filme aus der Schmiede der Pixar Studios. Auch wenn der Film auf inhaltlicher Ebene und in seiner Figurenzeichnung einige Wünsche offen lässt, gestaltet sich der Einstieg in das rasante Geschehen zunächst recht ansprechend. Glaubt man anfangs, Dusty sei ein wagemutiger und tollkühner Held, erweisen sich die Bilder der ersten Flugmanöver als Tagträume des kleinen Protagonisten, der mitten im Nirgendwo seinen Dienst als unbedeutendes Sprühflugzeug verrichtet. Seine Begeisterung und der Wille zu größeren Taten sind ansteckend, stehen aber einer scheinbar unüberwindbaren Schwäche gegenüber, die sich im Übrigen auch in "Jets – Helden der Lüfte" wiederfindet: Dusty leidet unter Höhenangst. Je weiter er nach oben steigt, umso schneller nehmen Panikattacken von ihm Besitz. Diese wiederum lassen das anstrengende Training unter Skipper zu einer echten Herausforderung werden.

Spätestens mit Beginn des sagenumwobenen Rennens zeigt sich, dass die kreativen Köpfe hinter "Planes" nur sporadisch an inhaltlicher Tiefe interessiert sind. Die einzelnen Stationen des Wettbewerbs – unter anderem Süddeutschland und der Himalaya – werden pflichtbewusst abgehakt, während Dusty stetige Fortschritte machen darf und seine Höhenangst recht unverhofft ablegen kann. Der Konflikt mit Überflieger Ripslinger gerät leider viel zu oberflächlich, als dass er einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen könnte. Sicherlich sind seine Versuche, Dusty als Konkurrent auszuschalten, spannungsfördernd, sonderlich schillernd oder faszinierend zeichnet das Drehbuch den Antagonisten aber nicht. Ähnliches gilt auch für Dustys Mentor Skipper, dessen tragische, im Verlauf des Rennens aufgedeckte Hintergrundgeschichte der erzählerischen Mottenkiste entstammt. Für komische, wenngleich sehr einseitig-klischierte Momente sorgen der liebestolle Idealist El Chupacabra und Dustys daheim gebliebener Kumpel Chug, der in seinem Übereifer Merchandise-Artikel seines nun berühmten Freundes feilbietet. Angesichts des kalkulierten und gradlinigen Handlungsaufbaus bietet das Ende des Films keine allzu große Überraschung: Hier wird moralisch-konventionell das hohe Lied auf die eigene Entfaltung, jenseits aller Festlegungen, angestimmt.

Was der Geschichte bisweilen an Charme abgeht, ist auf visueller Ebene durchaus vorhanden. Mit seiner detailfreudigen Darstellung der filmischen Realität stellt der Hollywood-Vertreter "Planes" den kleinen Bruder "Jets" – was keineswegs verwundert – eindeutig in den Schatten. Wirkten Landschaft und Figuren im russischen Animationsfilm noch wenig plastisch, eröffnet sich dem Zuschauer hier eine weitgehend liebevoll gestaltete 3D-Welt. Ob nach Dustys Ankunft am Startpunkt New York, bei seinem Zwischenstopp in Bayern oder auf der Indien-Etappe, die abgebildete Umgebung kann mit recht ansprechenden Texturen aufwarten. Vor diesem Hintergrund sorgen die zum Teil äußerst spektakulären Flugeinlagen für kurzweiligen Actionspaß, der den Einsatz der 3D-Technik mehr als sinnvoll erscheinen lässt.

Fazit: Wie nicht anders zu erwarten, ist "Planes" ein temporeiches visuelles Erlebnis, das mit atemberaubenden Flugmanövern zu punkten weiß. Die erzählte Geschichte wirkt dagegen allzu kalkuliert und stromlinienförmig, was einmal mehr zu der Erkenntnis führt, dass technische Perfektion allein nicht ausreicht, damit ein Film durchgehend überzeugen kann.





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