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Riddick - Plakat
Riddick - Plakat
© Universum Film © Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

Kritik: Riddick - Überleben Ist Seine Rache (2013)


Wenn Vietnamveteran und Ein-Mann-Armee Rambo längst aus dem letzten Loch pfeift, gelangt der Furianer Riddick grad erst auf Betriebstemperatur. Mit dem SciFi-Mystery- und Horror-Streifen "Pitch Black", aus dem Jahre 2000, wurde Vin Diesel nicht nur über Nacht zum Star; es gelang ihm eine neue ikonische Figur zu etablieren, die alsbald einen beachtlichen Fankult nach sich zog. Riddick ist jedoch alles andere als der typische Held. Streng genommen gleicht er sogar mehr einem Bösewicht. Die Faszination, die von ihm ausgeht, erinnert dann auch mehr an jene der düsteren Charaktere aus der Space-Opera "Star Wars", die der dunklen Seite angehören.

Das Sequel, "Riddick – Chroniken eines Kriegers", das vier Jahre nach dem ersten Abenteuer in die Kinos kam, löste allerdings keine neuerlichen Begeisterungsstürme bei den Fans aus. Die überladene und wenig stimmige Story sowie ein zerfahrener Plot, entbehrten der Geradlinigkeit des Vorgängers. Und die deutlich spürbare Absenz einer dichten wie geheimnisvollen Atmosphäre ließ keine rechte Stimmung aufkommen. Mit dem dritten Teil der Saga, der schlicht und ergreifend mit "Riddick" betitelt wurde, versucht Diesel nicht nur an den Erfolg von "Pitch Black" anzuknüpfen, der Film soll auch dessen Qualitäten aufweisen, und womöglich Auftakt einer Trilogie werden.

Wie schon bei den beiden Vorgängern nahm auch diesmal David Twohy auf dem Regiestuhl Platz. Und was gleich auffällt, ist die Tatsache, dass gar nicht erst versucht wurde, so etwas wie eine vielschichtige Handlung zu etablieren. Dennoch werden Ereignisse aus früheren Episoden nicht ausgeklammert, wie es zuweilen gerne gehandhabt wird, um den Weg für etwas völlig Neues freizumachen. Die Ausgangssituation für den Antihelden ist dafür wieder mal außerordentlich prekär:

Seine Nähe zu "Pitch Black" kann und will "Riddick" gar nicht verhehlen. Das führt dazu, dass einem schnell klar wird, es hier mit einem lauwarmen Aufguss zu tun zu haben, der sich sowohl erzählerisch als auch atmosphärisch ein gutes Stück hinter der Vorlage einordnet. Trotz eines bescheidenen Budgets, dass den Film in Hollywood zum B-Movie stempelt, wirkt er aber nicht störend billig. Da gaben sich andere SciFi-Streifen mit Blockbustercharakter, wie etwa "After Earth", eher die eine oder andere Blöße. Weitaus störender erweist sich, dass der Film über Gebühr gedehnt wurde. Es mag ein Zugeständnis an die Diesel-Comunity sein, die von ihrem Leib-und-Magen-Schauspieler in pathetischen Krieger-Posen einfach nicht genug bekommt; wenn das aber soweit ausartet, dass ein Film, der mangels nennenswerter Grundgeschichte, eigentlich vom Tempo und knackiger Action lebt, die Zeit mit nervigen Quaseleien zu füllen beginnt, gerät man in Versuchung, zwischendurch sein Geld zurückzuverlangen.

Dank eines gelungen Einstiegs, eines ordentlichen Welten- und Kreaturendesigns und eines Protagonisten der fast schon so cool ist, dass sich Eiskristalle auf der Leinwand bilden könnten sowie einer Portion vorzeigbarer finaler Action, gelingt es "Riddick" sich wieder auf den Lewel akzeptabler SciFi-Unterhaltung zu hieven. Und für Fans ist der Film ohnehin eine Pflichtveranstaltung.

Fazit: "Riddick" ist nicht das, was "Pitch Black" war, glücklicherweise jedoch auch nicht das, was "Riddick – Chroniken eines Kriegers" wurde. Für eine vergnügliche hirnfreie Popcorn-Metzelei langt es allemal, auch wenn man 20 Minuten durchaus hätte streichen können.





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