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Burt Wonderstone - Poster
Burt Wonderstone - Poster
© Warner Bros.

Kritik: Der unglaubliche Burt Wonderstone (2013)


"Der unglaubliche Burt Wonderstone" basiert auf einem Drehbuch der Star-Autoren Jonathan M. Goldstein und John Francis Daley, die bereits mit "Kill the boss" einen intelligenten Plot für ein echtes Star-Ensemble lieferten. Auch bei "Burt Wonderstone" gibt sich eine ganze Reihe an hochkarätigen Darstellern die Ehre, die alle für eine ganz eigene Interpretation von Humor stehen: während Steve Carell für zotigen Fremdschäm-Humor und Steve Buscemi für hintersinnigen Dialog- und Wortwitz stehen, liegt der Schwerpunkt von Jim Carrey wie gewohnt auf brachialer Grimassen-Komik mit viel Körpereinsatz. Diese Mischung bekommt dem Film ungemein gut, dessen Entwicklung bis in das Jahr 2006 zurückreicht, als New Line Cinema das Drehbuch "Burt Dickenson: The Most Powerful Magician on Planet Earth" von Chad Kultgen erwarb. Nach diversen Umbesetzungen auf dem Regiestuhl sowie verschiedenen Drehbuchfassungen, fiel Anfang 2012 endlich die erste Klappe für den Film, der in erster Linie Fans der an dem Film beteiligten Comedians begeistern dürfte.

Schon in den ersten Minuten nimmt "Burt Wonderstone" mächtig an Fahrt auf. In diesen ersten zehn bis fünfzehn Minuten des Films wird ausführlich erklärt, woher Burts Begeisterung für die Zauberei stammt und wie die Freundschaft zwischen Burt und Anton ihren Anfang nahm. Bereits zu diesem Zeitpunkt zeichnet sich der Film durch sein hohes Tempo sowie die extrem hohe Gag-Dichte aus. Dem Zuschauer bleibt nicht allzu viel Zeit zum verschnaufen, allein diese ersten Minuten sind vollgestopft mit schlüpfrigen Gags und derben Scherzen, die alles andere als subtil daherkommen. Ob man als Zuschauer etwas mit "Burt Wonderstone" anfangen kann, hängt zu weiten Teilen davon ab, wie man auf diesen herrlich bösen, absurd-überdrehten und oft bis auf die Spitze getriebenen Witz der ersten Szenen reagiert. Denn davon bekommt der Zuschauer in den folgenden 90 Minuten noch mehr als genug ab.

Die Darsteller hatten beim Dreh scheinbar ihre helle Freude beim hemmungslosen Overacting ihrer Figuren. Vor allem Steve Carell dreht als eingebildeter, sich selbst maßlos überschätzender Magier Burt Wonderstone mächtig auf und spielt die für ihn gewohnte Rolle der arrogant-aufgeblasenen, egomanischen Niete mit viel Leidenschaft und Spielfreude. Steve Buscemi beweist, dass er auch in einer solch absurd-amüsanten Komödie neben Comedy-Schwergewichten wie Carell bestehen kann und mehr ist als nur bloßer Stichwortgeber und Sidekick. Der eigentliche, heimliche Star des Films heißt aber weder Carell noch Buscemi, sondern Jim Carrey, dem hier als großartig überzogener, zwölf Tage am Stück auf das Urinieren verzichtender Hard-Rock-Magier Steve Gray ein glänzendes filmisches Comeback gelingt. An Großspurigkeit und Theatralik ist das, was Carrey hier bietet, nicht zu übertreffen und man erkennt doch recht schnell, dass die Drehbuchautoren diese schräge Figur inklusive der abgedrehten Tricks und Showeinlagen als Seitenhieb auf die heutigen, trashigen TV- und Showlandschaften verstanden wissen wollen.

Fazit: Schwarzer Humor trifft auf körperbetonte, absurd-abgedrehte Situationskomik: "Burt Wonderstone" vereint das Beste aus "Ace Ventura" und "Bruce Allmächtig" und zeigt einen herausragenden Jim Carrey, dem vielleicht das Comeback des Jahres gelingt.





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