VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder

Kritik: Die Wahlkämpferin (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

So absurd und komisch die Geschichte um US-amerikanische Spindoktoren im bolivianischem Wahlkampf mitunter auch anmutet, der Plot von "Die Wahlkämpferin" beruht auf wahren Begebenheiten. Bereits 2005 widmetet sich die Dokumentarfilmerin Rachel Boynton den Geschehnissen, die dafür sorgten, dass Gonzalo Sánchez de Lozada 2002 zum Präsidenten Boliviens wurde. Produziert von George Clooney und unter der Regie von David Gordon Green ("Ananas Express", 2008) erscheint nun dieses Quasi-Remake der Dokumentation "Our Brand Is Crisis", das die tatsächlichen Ereignisse und Personen zu Unterhaltungszwecken allerdings größtenteils fiktionalisiert und sich recht frei an der Wirklichkeit orientiert.

Dennoch erlaubt "Die Wahlkämpferin" vor allem zu Beginn pointierte Einblicke ins das Treiben der Politikberater und gibt sich dabei durchaus bissig. Sandra Bullock erweist sich wieder einmal als begnadete Komikern mit einem beeindruckendem Timing und wird von großartigen Nebendarstellern wie Zoe Kazan, Ann Dowd sowie Anthony Mackie unterstützt. Vor allem die Konfrontation mit ihrem Partner Billy Bob Thornton beschert dem Film allerdings seine besten Szenen: Die verbalen Schlagabtäusche der beiden Stars sind spritzig inszeniert und gehören zu den komischen Höhepunkten. Da ist es fast schon bedauerlich, dass Bullock und Thornton im Verlauf der Handlung nur selten aufeinandertreffen.

Ebenso schade ist es, dass David Gordon Green das satirische Potenzial des Stoffes nicht auskostet und "Die Wahlkämpferin" mit voranschreitender Laufzeit immer mehr zu einer zahmen Tragikomödie verkommt. Spätestens im aufgesetzten Finale opfert der Regisseur Glaubwürdigkeit und Humor einem deplatzierte Pathos. So sind es am Ende vor allem die schauspielerischen Leistungen, die diese Komödie sehenswert machen.

Fazit: Regisseur David Gordon Green nutzt das satirische Potenzial seiner Komödie leider nicht ausreichend und setzt statt auf Humor zu sehr auf Pathos. Dem gegenüber stehen allerdings die hervorragenden Leistungen der Schauspieler, vor allem Sandra Bullock glänzt mit beeindruckendem Timing.





Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.