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Kritik: Overdrive (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Mit "Overdrive" will Produzent Pierre Morel eine Art europäische Variante von "Fast & the Furious" etablieren. Morel ist in seiner Tätigkeit als Produzent, Kameramann und Regisseur auf rasante Actionfilme spezialisiert. Beteiligt war er bis heute u.a. an Filmen wie "Transporter", "Taken" oder "From Paris with love". Für die Hauptrolle in "Overdrive" konnte er Clint Eastwoods Sohn Scott gewinnen, der bisher vor allem als Model in Erscheinung trat. Gedreht wurde der Auto-Actioner Anfang 2016 in Paris und Marseille.

Welche Filme "Overdrive" als Vorbilder dienten ist klar: die "Fast & the Furios"- und "Need for Speed"-Reihe, heißt: auf genau diese Auto-Action- und Verfolgungsjagden-affine Zielgruppe ist der Film auch zugeschnitten. Ausnahmslos. Alle anderen werden um diesen mit dünner Story ausstaffierten Film einen Bogen machen. Was auch unbedingt zu empfehlen ist, denn: den Figuren fehlt jegliche Tiefe und sie stammen vom Reißbrett: attraktiv, eingebildet und Adrenalin-süchtig sind sie, mehr kann man über die Protagonisten nicht sagen.

Dabei machen die Darsteller im Rahmen ihrer Möglichkeiten ihre Sache so schlecht nicht, nur gibt ihnen das Drehbuch keinerlei Möglichkeit, ihren Rollen auch nur eine Spur Tiefe und Sympathie zu verleihen. Zugegeben: die Action ist stark und braucht sich hinter den entsprechenden, spektakulären Szenen aus den Vorbild-Filmen nicht zu verstecken, auch wenn den Stunts hier das Gigantomanische und Bombastische (vor allem des letzten "Fast & the Furious"-Films) fehlt. Es geht teils eine Spur reduzierter und auch handgemachter zu, was eine gute Sache ist, da der Film dadurch weniger künstlich und CGI-technisch aufgeblasen wirkt.

Darüber hinaus gibt es exakt das, was die anvisierte Zielgruppe sehen will: höllisch gut aussehende junge Menschen, schnittige und verflucht teure Autos (der Schwerpunkt liegt hier auf tatsächlich äußerst schmucke Oldtimer) sowie eine allseits bekannte Story ohne nennenswerte, überraschende Wendungen. Am Ende soll dann noch ein Twist für einen A-ha-Effekt sorgen, die Rechnung geht nur leider nicht so ganz auf. Das ist alles natürlich in keiner Weise anspruchsvoll und vielschichtig aber wer Filme wie "Crank", "Need for Speed" oder "Transporter" mag, erwartet das auch nicht. Kurzweilig und unterhaltsam kann man das hingegen schon finden.

Fazit: Im Fahrwasser des Erfolgs von "Fast & the Furious 8" hoffen die Macher von "Overdrive", einem exakt auf die männliche Zielgruppe ausgerichteten 08/15-Auto-Actioner nach Schema F, auf ähnliche Erfolge. Das könnte ihnen gelingen – trotz oder gerade wegen des fehlenden Anspruchs, der wenig plausiblen Story und den oberflächlichen Schauwerten.





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