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300: Rise of an Empire
300: Rise of an Empire
© Warner Bros.

Kritik: 300: Rise of an Empire (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Mit "300" schuf Regisseur Zack Snyder 2007 ein völlig neuartiges, visuelles Kinoerlebnis im durchgestylten Comic-Look und in düsteren Bildern, das sich zu einem der erfolgreichsten Filme des Jahres entwickelte. Ob die Fortsetzung den immensen Erfolg von knapp 450 Millionen Dollar Einspielergebnis noch toppen kann, bleibt abzuwarten, die Voraussetzungen dafür sind in jedem Fall geschaffen: Wie schon beim ersten Teil diente ein Comic von Kult-Autor Frank Miller als Vorbild für einen Film, der erneut mit seiner coolen Ästhetik und den opulenten Schlachtszenen für gewaltige Schauwerte sorgt und "300" in Sachen Look und Bildsprache in nichts nach steht. Dass der zweite Teil über eine wenig charismatische Hauptfigur verfügt, lässt sich daher verschmerzen.

Was bei "300" vor sieben Jahren so ausgezeichnet klappte, macht sich Regisseur Noam Murro ("Smart People") auch bei "Rise of an Empire" zu Nutze: Das gekonnte Spiel mit Zeitraffer und Zeitlupe ist auch hier wieder ein Hauptgrund dafür, wieso die Kampfszenen so exzellent funktionieren und den Zuschauer ob der wuchtigen Bilder in ungläubiges Staunen versetzen. Daher bilden die Kampfszenen auch beim Nachfolger wieder den Kern des Films, der sich ohne Probleme mit dem Erstling messen kann. In Sachen Brutalität setzt Murro sogar noch eins drauf, wenn im Sekundentakt Körperteile durch die Lüfte fliegen, Köpfe rollen und einem das pechschwarze CGI-Blut entgegen spritzt. Historische Wahrheiten und Genauigkeit spielen dabei freilich nur eine untergeordnete Rolle.

Neben der beeindruckenden ästhetischen Darstellung und den herausragend choreografierten Kampfszenen, ist es Murro darüber hinaus gelungen, den Handlungs- und Gemetzelort vom Land aufs kühle Nass zu verlagern. Das schafft Abwechslung und stellt die größte Neuerung im Vergleich zum Vorgänger dar. Der Wucht, wenn die tonnenschweren Kriegsschiffe aufeinanderprallen und sie von den Männern über das peitschende Meer getrieben werden, kann man sich kaum entziehen. Auch gelungen: Durch einen Blick zurück auf vergangene Ereignisse wird deutlich, wie sich Xerxes und Artemisia zu solch brutalen Kriegstreibern entwickeln konnten. Das schafft Tiefgang und macht die Charaktere vielschichtiger. Einziger Wehrmutstropfen: Hauptdarsteller Sullivan Stapleton fehlen fraglos Aura und Grandezza eines Gerard Butler, der den Leonidas einfach unschlagbar charismatisch verkörperte.

Fazit: Die eindrucksvoll inszenierten, glänzend choreografierten Kampfszenen machen den Film neben seiner optischen Wucht und dem coolen Comic-Look unbedingt sehenswert.





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