VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder

Kritik: Flatliners (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Bei "Flatliners" handelt es sich um eine Neuverfilmung des gleichnamigen Werks von 1990. Damals versammelte Regisseur Joel Schumacher einige der vielversprechendsten Jungstars Hollywoods vor der Kamera, darunter Julia Roberts, Kiefer Sutherland und William Baldwin. Regie bei der Neuverfilmung führte der Däne Niels Arden Oplev, der 2013 mit dem Action-Thriller "Dead Man Down" sein Hollywood-Debüt gab. "Flatliners" wurde in Kanada gedreht, darunter in Städten wie Toronto oder Cambridge. Das Budget betrug rund 20 Millionen US-Dollar.

Die Neuverfilmung von "Flatliners" beginnt – sollte man das Original sowie dessen Handlungsverlauf nicht kennen – durchaus vielversprechend. Auch als Zuschauer will man unbedingt wissen und miterleben, was die experimentierfreudigen Jung-Mediziner während ihrer Trips erfahren. Und so sind dann auch die ersten Grenzüberschreitungen durchaus spannend mit anzusehen. Und visuell zudem äußerst einfallsreich und ästhetisch ansprechend, umgesetzt. Jedoch nutzt sich das Prozedere dann leider doch recht schnell ab, vor allem wenn sich die Dauer der Nahtoderfahrungen einfach nur immer weiter verlängert – und sich die Kommilitonen gegenseitig damit überbieten, wer es länger in der Zwischenwelt zwischen Leben und Tod, aushält.

Die Grundidee ist packend und bietet eigentlich eine Unmenge an interessanten – auch medizinischen oder wissenschaftlichen – Ansätzen, die man weiterentwickeln könnte. Hier eigentlich müsste, denn es handelt sich um eine Neuverfilmung, doch Oplev nutzt diese Chance nicht für erweiterte inhaltliche Elemente oder neuartige dramaturgische Einfälle. Alles hat man 1990 schon mal gesehen, und zwar wesentlich besser. Auch, weil das Original optisch nicht so gelackt und steril daherkam. Bei der Neuverfilmung wirkt so gut wie alles oberflächlich, so auch die eindimensionalen (und zudem größtenteils unsympathischen) Charaktere, die obendrein wenig Identifikationspotential bieten.

Der Grund: ihre Lebensrealität hat mit jenen der meisten Kinobesucher nichts gemein, und mit einer realistischen Lebenswelt von Studenten schon mal gleich gar nicht. Alle sehen sie aus wie aus dem Ei gepellt, stammen meist aus extrem reichem Hause, bewohnen edle Hochglanz-Wohnungen und sind übermotivierte, nur an Leistung ausgerichtete Grenzgänger. Schade ist nicht zuletzt, dass der Film mit Auftreten der geisterhaften Erscheinungen und Halluzinationen, nach Horrorfilm-Schema-F verläuft. Heißt: ein übertrieben bedrohlich klingender Score paart sich mit wenig überraschenden Schockmomenten und einer gewollt düsteren Atmosphäre. Enttäuschend.

Fazit: Die eindimensionalen Figuren sowie die fehlenden neuen Ansätze oder frischen Ideen, machen aus diesem Remake eine Enttäuschung. Hinzu kommen altbekannte, abgenutzte Horrorfilm-Elemente, die jegliche mögliche Spannung im Keim ersticken.





Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.