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Plattfuß räumt auf (1975)
Piedone a Hong Kong
Kung-Fu statt Camorra: Mit "Plattfuß räumt auf" schickt Steno seinen Kommissar Rizzo von Neapel nach Bangkok, Hongkong und Macao – und lässt aus dem noch vergleichsweise rauen Erstling ein farbenfrohes, kampfsportgesättigtes Bud-Spencer-Vehikel werden, das unverhohlen auf der Erfolgswelle der Bruce-Lee-Filme mitschwimmt.Kritiker-Film-Bewertung:User-Film-Bewertung:
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Kommissar Manuele Rizzo (Bud Spencer) geht in Neapel energisch gegen den Drogenhandel vor, unterstützt vom amerikanischen Fahnder Sam Accardo (Robert Webber) sowie seinem Kollegen Caputo (Enzo Cannavale) und dem Polizeichef Morabito (Renato Scarpa). Als der ermordete Drogenboss Don Pastrone (Edoardo Faieta) aufgefunden wird, gerät Rizzo selbst unter Verdacht und folgt einer Spur über den Dealer Tom Ferramenti (Dominic Barto) bis nach Bangkok, wo er sich als dessen Nachfolger ausgibt. Von dort führt ihn die Reise weiter nach Hongkong und Macao, wo er auf den amerikanischen Gangster Frank Barella (Al Lettieri) trifft, mit dem er schon in Neapel zu tun hatte – zunächst als Rivale, später als widerwilliger Verbündeter bei der Suche nach der geheimnisvollen Kontaktperson "Bambusrohr". Zwischen Prügeleien in Casinos, Hafenanlagen und Tempeln deckt Rizzo schließlich ein internationales Syndikat auf, dessen Kopf sich ausgerechnet in den eigenen Reihen findet.
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Filmkritik
"Plattfuß räumt auf": Der Kommissar als Weltenbummler
Wer "Sie nannten ihn Plattfuß" gerade erst gesehen hat, wird beim zweiten Teil der Reihe zunächst über die Tonlagenverschiebung stolpern. Wo der Erstling seine Krimihandlung noch ernst nahm und Gewalt als Reaktion auf ein korruptes System inszenierte, ist "Plattfuß räumt auf" bereits ein deutlich typischeres Bud-Spencer-Vehikel: Die Prügelszenen werden zahlreicher und ausgedehnter, der Ton lockerer und alberner, und das Komödiantische ist der Krimihandlung mindestens ebenbürtig. Wer versucht, der Geschichte um Drogensyndikat, Nachfolge-Finten und den Verräter in den eigenen Reihen exakt zu folgen, merkt schnell, dass sie sich vor allem als loses Gerüst für Prügeleien, Reisebilder und komische Nummern versteht – nachvollziehbar eher in groben Zügen als im Detail.
Was der Film dafür an atmosphärischem Mehrwert bietet, sind seine Schauplätze. Bangkok, Hongkong und Macao waren Mitte der 1970er Jahre für ein europäisches Kinopublikum noch weitaus exotischere, kaum bereiste Sehnsuchtsorte als heute, und Kameramann Giuseppe Ruzzolini nutzt das ausgiebig: Tempelanlagen, Hafenpanoramen und das Spielcasino von Macao werden in satten, postkartenhaften Bildern eingefangen, die dem Film streckenweise fast den Charakter eines Reiseberichts verleihen. Gerade weil die Krimihandlung so nebensächlich bleibt, wird deutlich, dass es mindestens ebenso sehr um das Vorführen ferner, glamourös-geheimnisvoll inszenierter Welten geht wie um die Auflösung des Falls.
Dass die Reise ausgerechnet nach Fernost führt, ist kein Zufall, sondern Kalkül: Mitte der 1970er Jahre erlebte das ostasiatische Kampfsportkino im Windschatten der Bruce-Lee-Filme einen enormen internationalen Erfolg, und "Plattfuß räumt auf" springt unverhohlen auf diesen Zug auf. Die Produktion engagierte Stuntleute, die zuvor mit Bruce Lee gearbeitet hatten, und lässt Rizzo im Verlauf des Films gegen Kung-Fu-Kämpfer und einen Sumo-Ringer antreten – eine Parade exotisierter Gegnertypen, die weniger der Handlung als der Lust am spektakulären Show-Kampf geschuldet ist. Bud Spencers behäbig-körperliche Prügelkomik trifft so auf choreografierte Fernost-Action, was dem Film eine eigentümliche, aber durchaus unterhaltsame Doppelidentität verleiht.
Eine besondere Randnotiz verdient dabei eine Unterwasser-Kampfszene: Dass Carlo Pedersoli alias Bud Spencer einst als italienischer Olympia-Schwimmer angetreten war, zahlt sich hier sichtbar aus. Die Sequenz gehört zu den technisch bemerkenswertesten Actionmomenten des Films und zeigt eine körperliche Souveränität, die über das übliche Ohrfeigen-Repertoire der Reihe hinausgeht.
Konstant bleibt gegenüber dem Erstling vor allem das vertraute Ensemble: Enzo Cannavale ist wieder als Assistent Caputo an Rizzos Seite, Vincenzo Maggio kehrt als kleiner neapolitanischer Gannove Gennarino zurück, Dominic Barto spielt erneut den Tom Ferramenti – nun als Zwischenhändler des internationalen Syndikats – und auch Jho Jhenkins ist wieder als amerikanischer Soldat Joe zu sehen. Diese Wiederkehr derselben Figuren und Darsteller verankert den Film trotz seines globalen Schauplatzwechsels erkennbar in der Welt des Vorgängers. Neu hinzu kommt Al Lettieri als Gangster Barella, während die später im Film auftretende Figur des kleinen Yoko dem robusten Actionstoff mit dem Waisenkind-Motiv einen sentimentalen Schlusspunkt verleiht.
All das macht "Plattfuß räumt auf" zu einem Film, der besonders für Bud-Spencer-Fans gut funktioniert: Er versammelt praktisch alle Zutaten, die das Kino um den sanften Riesen ausmachen – die lakonischen Sprüche, die überzeichneten, aber nie brutalen Prügeleien, den warmherzigen Kern unter der rauen Schale. Anders als in manchen späteren Star-Vehikeln wirkt dabei noch nichts abgedroschen oder bloß routiniert abgespult; man spürt, dass die Formel hier noch mit Spielfreude und sichtbarem Produktionsaufwand – den engagierten Stuntleuten, dem schwungvollen De-Angelis-Score – ausgereizt wird, statt sich bereits auf Autopilot zu verlassen.
Fazit: "Plattfuß räumt auf" ist ein deutlich leichtfüßigeres, komödiantischeres Werk als der Erstling, das seine dünne Krimihandlung durch exotische Schauplätze, Fernost-Action und sympathisches Star-Kino wettmacht – und gerade weil die Bud-Spencer-Formel hier noch frisch wirkt, bis heute einer der beliebtesten Filme der Reihe geblieben ist.
Wer "Sie nannten ihn Plattfuß" gerade erst gesehen hat, wird beim zweiten Teil der Reihe zunächst über die Tonlagenverschiebung stolpern. Wo der Erstling seine Krimihandlung noch ernst nahm und Gewalt als Reaktion auf ein korruptes System inszenierte, ist "Plattfuß räumt auf" bereits ein deutlich typischeres Bud-Spencer-Vehikel: Die Prügelszenen werden zahlreicher und ausgedehnter, der Ton lockerer und alberner, und das Komödiantische ist der Krimihandlung mindestens ebenbürtig. Wer versucht, der Geschichte um Drogensyndikat, Nachfolge-Finten und den Verräter in den eigenen Reihen exakt zu folgen, merkt schnell, dass sie sich vor allem als loses Gerüst für Prügeleien, Reisebilder und komische Nummern versteht – nachvollziehbar eher in groben Zügen als im Detail.
Was der Film dafür an atmosphärischem Mehrwert bietet, sind seine Schauplätze. Bangkok, Hongkong und Macao waren Mitte der 1970er Jahre für ein europäisches Kinopublikum noch weitaus exotischere, kaum bereiste Sehnsuchtsorte als heute, und Kameramann Giuseppe Ruzzolini nutzt das ausgiebig: Tempelanlagen, Hafenpanoramen und das Spielcasino von Macao werden in satten, postkartenhaften Bildern eingefangen, die dem Film streckenweise fast den Charakter eines Reiseberichts verleihen. Gerade weil die Krimihandlung so nebensächlich bleibt, wird deutlich, dass es mindestens ebenso sehr um das Vorführen ferner, glamourös-geheimnisvoll inszenierter Welten geht wie um die Auflösung des Falls.
Dass die Reise ausgerechnet nach Fernost führt, ist kein Zufall, sondern Kalkül: Mitte der 1970er Jahre erlebte das ostasiatische Kampfsportkino im Windschatten der Bruce-Lee-Filme einen enormen internationalen Erfolg, und "Plattfuß räumt auf" springt unverhohlen auf diesen Zug auf. Die Produktion engagierte Stuntleute, die zuvor mit Bruce Lee gearbeitet hatten, und lässt Rizzo im Verlauf des Films gegen Kung-Fu-Kämpfer und einen Sumo-Ringer antreten – eine Parade exotisierter Gegnertypen, die weniger der Handlung als der Lust am spektakulären Show-Kampf geschuldet ist. Bud Spencers behäbig-körperliche Prügelkomik trifft so auf choreografierte Fernost-Action, was dem Film eine eigentümliche, aber durchaus unterhaltsame Doppelidentität verleiht.
Eine besondere Randnotiz verdient dabei eine Unterwasser-Kampfszene: Dass Carlo Pedersoli alias Bud Spencer einst als italienischer Olympia-Schwimmer angetreten war, zahlt sich hier sichtbar aus. Die Sequenz gehört zu den technisch bemerkenswertesten Actionmomenten des Films und zeigt eine körperliche Souveränität, die über das übliche Ohrfeigen-Repertoire der Reihe hinausgeht.
Konstant bleibt gegenüber dem Erstling vor allem das vertraute Ensemble: Enzo Cannavale ist wieder als Assistent Caputo an Rizzos Seite, Vincenzo Maggio kehrt als kleiner neapolitanischer Gannove Gennarino zurück, Dominic Barto spielt erneut den Tom Ferramenti – nun als Zwischenhändler des internationalen Syndikats – und auch Jho Jhenkins ist wieder als amerikanischer Soldat Joe zu sehen. Diese Wiederkehr derselben Figuren und Darsteller verankert den Film trotz seines globalen Schauplatzwechsels erkennbar in der Welt des Vorgängers. Neu hinzu kommt Al Lettieri als Gangster Barella, während die später im Film auftretende Figur des kleinen Yoko dem robusten Actionstoff mit dem Waisenkind-Motiv einen sentimentalen Schlusspunkt verleiht.
All das macht "Plattfuß räumt auf" zu einem Film, der besonders für Bud-Spencer-Fans gut funktioniert: Er versammelt praktisch alle Zutaten, die das Kino um den sanften Riesen ausmachen – die lakonischen Sprüche, die überzeichneten, aber nie brutalen Prügeleien, den warmherzigen Kern unter der rauen Schale. Anders als in manchen späteren Star-Vehikeln wirkt dabei noch nichts abgedroschen oder bloß routiniert abgespult; man spürt, dass die Formel hier noch mit Spielfreude und sichtbarem Produktionsaufwand – den engagierten Stuntleuten, dem schwungvollen De-Angelis-Score – ausgereizt wird, statt sich bereits auf Autopilot zu verlassen.
Fazit: "Plattfuß räumt auf" ist ein deutlich leichtfüßigeres, komödiantischeres Werk als der Erstling, das seine dünne Krimihandlung durch exotische Schauplätze, Fernost-Action und sympathisches Star-Kino wettmacht – und gerade weil die Bud-Spencer-Formel hier noch frisch wirkt, bis heute einer der beliebtesten Filme der Reihe geblieben ist.
Markus Solty
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Besetzung & Crew von "Plattfuß räumt auf"
Land: ItalienWeitere Titel: Flatfoot in Hong Kong; Plattfuss räumt auf; Buddy in Hongkong
Jahr: 1975
Genre: Action, Komödie
Originaltitel: Piedone a Hong Kong
Länge: 110 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 06.08.2026
Regie: Steno
Darsteller: Enzo Cannavale, Renato Scarpa, Riccardo Pizzuti, Al Lettieri, Marcello Verziera
Kamera: Giuseppe Ruzzolini
Verleih: Croco Film
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