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Kritik: Starbuck (2011)


Am Anfang des unterhaltsamen Films "Starbuck" von Ken Scott, der mit Martin Petit auch das Drehbuch geschrieben hat, ist David kein sonderlich sympathischer Protagonist. Er ist verantwortungslos, leichtsinnig und unzuverlässig – kurzum: Ein Mann, der einfach nicht erwachsen werden will. Dann lernt man ihn näher kennen und entdeckt einen liebenswerten Verlierer, der das Herz am rechten Fleck hat und die Menschen in seinem Umfeld glücklich machen will. Allerdings sucht er sich dafür oft die falschen Mittel. Es ist das große Verdienst von Hauptdarsteller Patrick Huard, dass der Zuschauer lange genug das Interesse an David behält. Seine schauspielerische Leistung wird in einer Sequenz am Anfang des Films sehr deutlich: Mehrfach wird er von seinen Brüdern darauf angesprochen, ob er die Fußballtrikots für die Hobby-Mannschaft besorgt habe. Anfangs bejaht er, um einem Konflikt aus dem Weg zu gehen. Dann geht er über zu Beteuerung und schließlich Wut, die Patrick Huard in der gesamten Körpersprache ausdrückt. Aber der Zuschauer ahnt bereits, dass er die Trikots nicht rechtzeitig abgeholt hat.
Gleichzeitig tritt in dieser Sequenz auch Ken Scotts gutes Gespür für Tempo deutlich zutage: Anstatt David auflaufen zu lassen, überdreht er diese Geschichte in genau dem richtigen Maß. Auch im zweiten Drittel des Films, in dem David nach und nach seine Kinder kennenlernt, findet Ken Scott dank herrlicher Übertreibung den richtigen Ton. Hier wäre es leicht gewesen, in die Kitschfalle zu geraten, aber durch den steten Wechsel der Stimmung entsteht eine gute Atmosphäre – und es gelingt Ken Scott sogar, den Film enden zu lassen, wenn es am schönsten ist.

Fazit: "Starbuck" ist ein Film, der vor allem dank seiner übertrieben wirkenden Grundidee überzeugt und sich wohltuend von den üblichen Hollywood-Komödien abgrenzt. Ein amerikanisches Remake mit Vince Vaughn in der Hauptrolle ist bereits in Planung. Aber vorher könnte dieser kanadische Film zu dem Überraschungshit des Kino-Sommers werden.





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