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Possession
Possession
© 2009 Bildstörung

Kritik: Possession (1981)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Der vierte Spielfilm des polnischen Filmemachers Andrzej Zulawski gilt als berühmt-berüchtigt, ein Werk, das munter zwischen Art- und Grindhouse schwankt und bei seinem Erscheinen 1981 unter anderem durch eine Sexszene mit einem Tentakelmonster auf sich aufmerksam machte. Während es das blutgetränkte Psychodrama in Deutschland gar nicht erst in die Kinos schaffte und etwa in den USA bis zur Entstellung gekürzt wurde, so wurde Hauptdarstellerin Isabelle Adjani doch zugleich in Cannes ausgezeichnet und vor allem in den Jahren nach der Kinoauswertung entwickelte sich um "Possession" ein wahrer Kult. Im Rahmen der "Cinema-Obscure"-Reihe ist der Film nun auf einigen ausgewählten deutschen Leinwänden zu sehen.

"Possession" stürzt sich ohne große Erklärungen mitten in die Ehekrise der beiden Protagonisten, die von Sam Neill und Adjani mit vollem Körpereinsatz sowie einem Hang zu dramatischen Gesten gespielt werden. Von den ersten Minuten herrscht eine hysterische Grundstimmung, die von Kameramann Bruno Nuytten in schräg-bedrohlichen Bildern eingefangen wird und die sich zum Finale hin immer mehr steigern soll. Zulawski bietet mit seinem Horror-Drama einen über zwei Stunden andauernden emotionalen Ausnahmezustand aus Kunstblut und Geschrei, dem ein alptraumhaft menschenleeres Berlin als Kulisse dient.

Zwischen ekligen Genreeffekten und avantgardistischer Performance, unerträglicher Intimität und intellektueller Distanz entsteht so ein eigenwilliges Werk, das sich am ehesten mit den Filmen David Cronenbergs vergleichen lässt. Doch wo Cronenberg in seinen besten Momenten eine ebenso unterhaltsame wie irritierende Mischung aus monströsen Körpern, zwischenmenschlichen Konflikten und psychologischen Abgründen gelingt, da wirkt Zulaskis Film oftmals prätentiös und allzu überladen in seinem Anspielungsreichtum. Zudem enttäuscht auch das Kreaturendesign, an dem der legendäre Carlo Rambaldi mitgewirkt hat. Die berüchtigte Sexszene zwischen dem Wesen und Adjani wirkt so wie der gesamte Film zu forciert und in seiner Humorlosigkeit auch immer wieder unfreiwillig komisch.

Fazit: Andrzej Zulawskis psycholgisches Horror-Drama klingt viel spannender als es beim Ansehen ist. Trotz engagierter Schauspieler, einer hysterischen Stimmung und literweise Kunstblut langweilt "Possession" vor allem mit prätentiösen Anspielungen sowie einem schwachen Monsterdesign.





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