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True Story - Spiel um Macht
True Story - Spiel um Macht
© 20th Century Fox

Kritik: True Story - Spiel um Macht (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

"True Story" bietet eine interessante Prämisse, zumal der Film auf dem gleichnamigen Buch des realen Michael Finkel zu dieser "wahren Geschichte" basiert. Im Verlaufe der Handlung zeigt sich jedoch ein ums andere Mal, dass die Wahrheit ein sehr dehnbarer Begriff ist, was bereits mit Finkels manipulierter Enthüllungsgeschichte beginnt. Der erfolgshungrige Finkel wittert die ganz große Story, die gleich ein ganzes Buch wert ist. Wahrscheinlich hofft er dabei auf ein zweites "Kaltblütig", das meisterliche True Crime-Buch von Truman Capote (Roman: 1965, Verfilmung: 1967), das auf Interviews Capotes mit den Mördern einer unschuldigen Familie basiert, wie es im Film "Capote" zu sehen ist.

"True Story" bietet eine Reihe spannender Themen: Da ist zum einen die gegenseitige Spiegelfunktion, die Finkel und Longo füreinander haben, wie sie bereits in Longos Übernahme des Namens des Journalisten anklingt. Beide brauchen eine möglichst gute Story, um ihr Leben zu retten, was bei Longo ganz wörtlich zu verstehen ist. Beide sind zudem narzisstische Egomanen, die sich in der Aufmerksamkeit des jeweils anderen sonnen. Bei diesem Kampf der Egos fragt man sich, wer die Oberhand behalten wird. Außerdem ist da bis kurz vor Schluss die Frage nach Longos Schuld oder Unschuld - zumindest theoretisch, da man als Zuschauer wahrscheinlich sehr bald eine Meinung dazu haben wird. Aber aus all diesen spannenden Möglichkeiten holt Drehbuchautor und Regisseur Rupert Goold in seinem Kinofilmdebüt nur sehr wenig heraus.

Ähnlich verschlafen und unentschlossen, wie das Gesicht von James Franco in diesem Film, ist auch Goolds Inszenierung von "True Story". Das Kammerspiel beginnt spannend, ist in der Folge jedoch reichlich unentschieden und kommt nie so recht in den Schwung. Nach einem soliden Intermezzo in Gestalt eines klassischen Gerichtsdramas gipfelt der Film in einer Anti-Klimax, die den Zuschauer ein wenig ratlos zurücklässt. - Im wahren Leben ist die "True Story" auch nach wie vor nicht zu ende. Denn noch immer reden Finkel und Longo einmal im Monat miteinander...

Fazit: Die Geschichte zu dem Psychodrama "True Story" hat jede Menge an Potential, nur leider macht Erstlingsregisseur Pupert Longo nur sehr wenig daraus.




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