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Kritik: Manhattan Queen (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Über drei Jahre war Superstar Jennifer Lopez in Deutschland nicht mehr auf der großen Leinwand zu sehen. Ihr letzter Kinofilm hierzulande war der Thriller "The boy next door", in den darauffolgenden Jahren konzentrierte sie sich auf ihre Musikkarriere und war in diversen TV-Serien zu sehen (u.a. "Shades of blue"). Mit einem Budget von sechzehn Millionen Dollar wurde "Manhattan Queen" ab Oktober 2017 an Originalschauplätzen gedreht. Drehorte waren unter anderem ein Supermarkt in Queens sowie Manhattan und die Bronx.

Das Leinwand-Comeback von J.Lo ist durchaus gelungen, was nach dem Fiasko ihres letzten abendfüllenden Films "Lila & Eve", der in Deutschland nicht einmal mehr mit einem Kinostart bedacht wurde, so nicht zu erwarten war. Natürlich ist "Manhattan Queen" ein Film, dem man bei weitem nicht alles abnehmen sollte und der vor (teils hanebüchenen) Zufällen in seiner nicht gerade originellen Story nur so strotzt. Zudem ist die Frage, ob man ausgerechnet dem schillernden, charismatischen Superstar, der es vor allem in den 00er-Jahren zu Weltruhm sowohl als Sängerin aber auch als Schauspielerin brachte, die Rolle der ungebildeten, einfachen Supermarktmitarbeiterin abkauft.

Lässt man jedoch all dies einmal beiseite, funktioniert "Manhattan Queen" als harmloses, aber herzensgutes und sympathisches Feelgood-Movie mit liebenswürdiger Botschaft ausgesprochen gut. Die Message ist ebenso deutlich wie zentral, gerade in unserem heutigen, schnelllebigen digitalen Zeitalter: Lebenserfahrung, Cleverness und Fähigkeiten im angestammten beruflichen Umfeld sind ebenso wichtig wie akademische Grade, herausragende Schulabschlüsse und mit Auszeichnung durchlaufene Weiterbildungen. Zudem spielt der Film subtil zudem immer wieder auf gesellschaftliche Missstände an, etwa auf die Diskriminierung von Frauen und den schlechteren Chancen von älteren Menschen auf dem Arbeitsmarkt.

Die Schauspieler agieren allesamt mit Spiellust und sorgen mit ihren frischen Perfomances für Abwechslung und Kurzweil, allen voran Nebendarstellerinnen wie Leah Remini. Remini erweist sich als gewitzte und schnippische beste Freundin der Hauptfigur nicht nur einmal als Szenendieb. Auch zu lachen gibt es genug, gerade wenn Maya immer wieder in irrwitzige Situationen mit hohem Fremdschäm-Faktor gerät (etwa beim Bewerbungsgespräch). Und ebenso für etwas grobschlächtigen, derben Slapstick-Humor ist gelegentlich Platz.

Fazit: Wer seine Freude an kurzweiligen Verwechslungs- und Hochstapler-Komödien wie "Catch me if you can" oder "School of Rock" hat, kommt bei der sympathischen "Manhattan Queen" auf seine Kosten – trotz der weit hergeholten Prämisse und der unvorstellbaren Zufälle.




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