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Im Himmel trägt man hohe Schuhe
Im Himmel trägt man hohe Schuhe
© Neue Visionen

Kritik: Im Himmel trägt man hohe Schuhe (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

"Im Himmel trägt man hohe Schuhe" – dessen Originaltitel "Miss You Already" weitaus eindringlicher die tragische Situation der beiden Protagonistinnen zum Ausdruck bringt – wurde von Catherine Hardwicke nach einem Drehbuch von Morwenna Banks in Szene gesetzt. Das Skript und dessen Umsetzung kombinieren Trauriges mit Witzigem: Dem Schrecken der Krankheit werden schwarzhumorige Sprüche entgegengehalten; auf körperlich und/oder seelisch äußerst schmerzhafte Momente folgen (bitter-)süße Augenblicke – etwa eine Taxifahrt in die schottischen Moore, wo es zu einem ausgelassenen Tanz zu R.E.M.s "Losing My Religion" kommt.

Diese Herangehensweise an ein schweres Thema ist nicht neu; ihr Gelingen hängt in erster Linie davon ab, ob insgesamt der richtige Ton getroffen wird – oder ob der Dramödien-Zugang zu einer Verkitschung und somit einer Banalisierung des Sujets führt. Über weite Strecken ist Hardwickes Film ein stimmiges Werk, welches für sich einzunehmen weiß. Maßgeblichen Anteil daran haben die beiden Hauptdarstellerinnen Toni Collette und Drew Barrymore, die ganz ausgezeichnet miteinander harmonieren. Die Gegensätze zwischen ihren Parts – das glamourös-chaotische Leben Millys und das eher unaufgeregte Dasein von Jess – werden zwar allzu plakativ vermittelt, gleichwohl wirkt die enge Bande zwischen den beiden Frauen stets glaubhaft. Collette entwickelt in ihrer Interpretation eine beachtliche Intensität; ihre Figur wird keineswegs nur als tapfere Heldin gezeigt – was neben den Freundschaftsszenen auch für die Passagen gilt, die sich Millys Ehekonflikten widmen. In diesen erweist sich Dominic Cooper in der Gattenrolle als ebenbürtiger Spielpartner.

Obschon die Geschichte von "Im Himmel trägt man hohe Schuhe" immer wieder aufgelockert wird (zu den lustigsten Stellen zählen die Auftritte von Jacqueline Bisset als Millys Mutter), werden die hässlichen, kaum erträglichen Seiten der Krebserkrankung nicht ausgespart. Das Drehbuch und die Regie nehmen Millys Zustand – und damit auch das Publikum – ernst und driften dankenswerterweise nie in seichte Feel-Good-Movie-Gefilde ab.

Fazit: Ein größtenteils überzeugender Film über eine tiefe Frauenfreundschaft, der Humor und Tragik gekonnt verbindet. Das Schauspielerinnen-Duo agiert beeindruckend.




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