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Planet der Affen - Revolution
Planet der Affen - Revolution
© 20th Century Fox

Kritik: Planet der Affen - Revolution (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5 / 5

Die ursprüngliche "Planet der Affen"-Reihe (1968-73) gehört zu den großen Science-Fiction-Klassikern. Das obligatorische Remake (2001) kam von keinem Geringeren, als Tim Burton. Es wurde jedoch trotzdem zu einem finanziellen und künstlerischen Misserfolg. Entsprechend gering waren die Erwartungen an das Reboot in Form eines Prequels. Doch "Planet der Affen: Prevolution" (2011) fand sowohl beim Publikum, als auch bei der Kritik großen Anklang. Der 3D-Film von Rupert Wyatt verblüffte nicht nur durch seine bis dahin nicht gesehenen realistischen Affen-Animationen, sondern interessierte sich darüber hinaus ernsthaft für die dramatischen Aspekte der Geschichte. Der Bananen liebende Protagonist Caeser war ein voll entwickelter Charakter und "Planet der Affen: Prevolution" ein sehr erwachsener Sci-Fi-Film zu Fragen nach dem Wesen der menschlichen Identität und möglichen moralischen Grenzen bei der rasant fortschreitenden Entwicklung der Medizin.

"Planet der Affen: Revolution" geht den im ersten Teil eingeschlagenen Weg auf äußert konsequente und beeindruckende Art weiter – und dies obwohl Rupert Wyatt – der Regisseur von "Prevolution" - zuvor abgesprungen war. Er konnte jedoch durch Matt Reeves ersetzt werden, der seit seiner Regie bei "Cloverfield" (2008) und "Let Me In" (2010) als Fachmann für fantastische Filme bekannt ist. James Franco wurde als Hauptdarsteller von Jason Clarke (Lawless - Die Gesetzlosen", 2012) abgelöst, der das darstellerische Niveau seines Vorgängers halten kann. Dem von ihm gespielten herzensguten Malcom ist Gary Oldman als - gewohnt zuverlässige - Düstergestalt Dreyfus gegenübergestellt. Aber die wahren Hauptdarsteller sind die Menschenaffen, die dank höchst avancierten Motion-Capturing extrem lebensecht geraten sind. Diese Affen sind zudem als differenzierte Charaktere gezeichnet, denen nicht nur CGI-Neds, sondern über Mo-Cap insbesondere auch ausgezeichnete Schauspieler Leben eingehaucht haben. Der Star des Films ist - wie bereits im ersten Teil – der mittlerweile zu einem Familienvater herangereifte Caesar. Er wird von einem überragenden Andy Serkis verkörpert, der bereits den Gollum in Peter Jacksons "Herr der Ringe"-Trilogie zum Leben erweckt hatte. Neben Caesar gibt es eine ganze Reihe weiterer differenziert gezeichneter Affen-Charaktere, wie z.B. Caesars jugendlichen Sohn Blue Eyes (Nick Thurston), den menschenfeindlichen ehemaligen Labor-Affen Koba (Toby Kebbell) oder den weisen Orang-Utan Maurice (Karin Konoval). Noch mehr als bereits im ersten Teil sind es hier nicht die Menschen, sondern die Menschenaffen, die eine innere Entwicklung durchmachen.

Zugleich reflektieren die Affen typisch menschliche Schwächen, die man gerade deshalb sehr bewusst erlebt und reflektiert. Dieser visuell imposante Sommer-Blockbuster verkündet mit der gleichen Kraft, mit welcher im Film Hochhäuser zertrümmert werden, seine schlichte, aber nichtsdestotrotz erhellende Botschaft: Frieden ist ein aktiver Prozess. Krieg entsteht hingegen da, wo die Verständigung aufhört. Die eigentliche Frontlinie verläuft deshalb nicht zwischen verschiedenen Völkern, sondern zwischen den Individuen, die eine persönliche Anstrengung hin zu einer Völkerverständigung machen und denen, die von Vorurteilen und von persönlichen Ressentiments gefangen sind. - Das wirkt angenehmer Weise jedoch nur selten didaktisch. - In erster Linie ist "Planet der Affen: Revolution" ein Action-Sci-Fi-Film, wie man ihn nicht viel besser machen kann und ein extrem unterhaltsamer Sommer-Blockbuster ganz ohne faden Nachgeschmack!

Fazit: "Planet der Affen: Revolution" zeigt nicht nur eine verblüffende Evolution von Primaten, sondern eine ebenso verblüffende Entwicklung des animierten 3D-Kinos hin zu einem intelligenten Charakterdrama, bei welchem die überragenden Animationen und 3D-Effekte fast zur Nebensache werden. - Affenstark!




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