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Runner Runner
Runner Runner
© 20th Century Fox

Kritik: Runner Runner (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Mit "Runner Runner" versucht Regisseur Brad Furmann an filmische Meilensteine wie Oliver Stones Finanzdrama "Wall Street" (1987) und David Finchers Facebook-Film "The Social Network" (2010) anzuknüpfen. Oberflächlich gesehen gelingt ihm das auch recht gut, verbindet "Runner Runner" doch das Zocken und Abzocken der Finanzwelt mit der ebenso trendigen, wie nerdigen Internetkultur. Die Performance von Justin Timberlake ist immerhin solide und Ben Affleck ist als Block Furst sogar richtig gut. "Runner Runner" ist auch gut gefilmt und das karibische Setting tut ein Übriges dazu, dass man sich gerne in der Welt des Films aufhält. Die an Wendungen reiche Handlung hat ein gutes Tempo und die nur 90 minütige Laufzeit geht wie im Fluge vorbei. Nur bleibt dann auch nicht viel zurück, da der Film im Gegensatz zu seinen großen Vorbildern im Endeffekt recht inhaltsleer ist. Prinzipiell ist das kein Verbrechen, gibt "Runner Runner" doch recht schnell zu erkennen, dass es hier mehr um lässige Action, als um großes Drama geht. Allerdings umgibt sich der Film mit einer Aura großer Smartness, die sich bei näherer Betrachtung sehr schnell als heiße Luft entpuppt. Um es in der Art der sehr plakativen Bilder aus der Welt des Pokerspiels zu sagen, die der Film selbst immer wieder aufgreift: "Runner Runner" spielt sehr hoch, obwohl das Blatt in Wirklichkeit nicht besonders gut aussieht.

Tatsächlich biedert sich der Film immer wieder mit seiner angeblichen Cleverness an, die sich auch in den Figuren der beiden Hauptdarsteller zeigen soll. Dabei wirkt gerade Ivan Block trotz aller Anstrengungen Ben Afflecks zumeist wie eine unfreiwillige Selbstparodie des großen geheimnisvollen Strippenziehers im Hintergrund. So wird zu Beginn betont, dass niemand eine Chance hat, an den großen Mann heranzukommen. Trotzdem gelangt Richie direkt nach seiner Ankunft auf Costa Rica sofort auf eine Party von Block und lernt den großen Geheimnisvollen gleich mit dem ersten recht plumpen Versuch kennen. Block kommentiert extra noch, dass Richie "es tatsächlich geschafft hat". Ansonsten wäre die angebliche Größe dieser Leistung wohl am Zuschauer vorbeigegangen. Überhaupt ist dies ein Film der dem Kinobesucher ständig das Gefühl vermittelt über die gezeigte Welt besser Bescheid zu wissen, als die supersmarten Protagonisten. Jedem Thriller-Liebhaber ist sehr wahrscheinlich recht schnell klar, in welche Richtung der Hase hier laufen wird, nicht jedoch dem großen Genie Richie Furst, das sehr zielgerichtet von einer Patsche in die nächste tapst. Wäre der Tonfall nicht durchgehend so ernst, könnte man auf die Idee kommen, dass "Lost in Costa Rica" auch ein recht passender Filmtitel gewesen wäre.

Fazit: "Runner Runner" pokert recht hoch, doch obwohl der Spielverlauf durchaus seinen Unterhaltungswert hat, erweist das Blatt am Ende als ziemlich mau.





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