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Kritik: Brooklyn - Eine Liebe zwischen zwei Welten (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5 / 5

"Brooklyn – Eine Liebe zwischen zwei Welten" erzählt im Grunde keine sonderlich originelle Geschichte und wagt auch in inszenatorischer Hinsicht keine Experimente. Und dennoch ist gerade dieser eher konventionelle melodramatische Liebesfilm eine eindrückliche Erinnerung an die große emotionale Kraft des Kinos, die kein visuelles Spektakel benötigt, um das Publikum zu ergreifen und mit einer unvergleichlichen Wucht zu treffen.

Was das Drama so besonders macht, sind vor allem seine fein aufeinander abgestimmten Bausteine, die sich erst langsam und unauffällig, mit voranschreitender Laufzeit aber immer fesselnder zu einem stimmigen Gesamtbild verdichten: Dazu gehören nicht nur die vielversprechende Romanvorlage von Colm Tóibín sowie Nick Hornbys kongeniales Drehbuch, sondern auch die unpathetische Regie John Crowleys und die von Yves Bélanger wunderbar komponierten Bilder. Bemerkenswert ist, dass sich hier kein Element, vom Soundtrack bis zum Schnitt, durch seine Brillanz in den Vordergrund drängt, sondern alle gleichberechtigt einer klaren Vision zu folgen scheinen.

Das Herzstück von "Brooklyn – Eine Liebe zwischen zwei Welten" sind allerdings die Schauspieler, die die gelungenen Rahmenbedingungen der Produktion für einprägsame und mitunter bestechende Auftritte nutzen. Neben Veteranen wie Julie Walters und Jim Broadbent sind es besonders die jungen Darsteller, die hier auftrumpfen können. Am stärksten ist dabei ohne Zweifel Saoirse Ronans nuancierte Performance als Eilis: Durch ihr subtiles und zugleich kraftvolles Spiel gewährt Ronan tiefe Einblicke in das Seelenleben ihrer Figur und widersteht dabei dem Drang zu übertriebenen Gesten. So lassen sich auch kleinere Schwächen des Films wie eine gewisse Betulichkeit und Biederkeit leicht verschmerzen.

Fazit: "Brooklyn – Eine Liebe zwischen zwei Welten" ist zwar ein konventionelles, aber dabei äußerst kraftvolles Liebesdrama. Neben der rundum stimmigen Inszenierung und dem überzeugenden Drehbuch können hier vor allem die Schauspieler auftrumpfen, allen voran Saoirse Ronan in der Hauptrolle.





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