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Kinostarts Deutschland: "Point Break" lockt mit Action

Berührende "Anomalisa" und "Brooklyn" ein Muss

Zwei Streifen ragen aus dem neuen Spielfilmangebot dieser Woche heraus: Die beiden berührenden Werke "Anomalisa", ersonnen und in Szene gesetzt vom genialen Charlie Kaufmann, und "Brooklyn", ein irisches Drama, von Nick Hornby adaptiert und mit einer großartigen Saoirse Ronan, sind beide ein Muss. Und auch für Detlev Buck's Hyper-Meta-Komödien-Overdrive "Bibi & Tina: Mädchen gegen Jungs" gilt: Reingehen!


"Point Break"

Thriller
USA
113 Minuten
FSK 12

US-Thriller über einen jungen FBI-Agenten (Luke Bracey), der ein Team von Extremsportlern unterwandert, die verdächtigt werden, eine Reihe von beispiellosen, ausgeklügelten Raubüberfällen auf Firmen verübt zu haben. Wer immer die Idee bei Warner Brothers hatte, 105 Millionen Dollar für eine Wiederverfilmung von "Point Break" ("Gefährliche Brandung") von 1991 auszugeben, muss sich jetzt ob der Roten Zahlen schwarz ärgern. Wenn das Original auch beileibe kein Meisterwerk ist, so ein doch sehr beliebter und bekannter Streifen, der nicht nach einem Remake verlangte. So merkt man dem ganzen Unterfangen an, dass ihm schlicht der Sinn fehlt, und trotz der von Regisseur und Kameramann Ericson Core ("Unbesiegbar - Der Traum seines Lebens") umwerfend in Szene gesetzten Action-Szenen, bringt das Werk hauptsächlich die sehnsuchtsvolle Erinnerung an Keanu Reeves und Patrick Swayze zurück. Unser Kritiker Gregor Torinus meint auch, dass das weniger ein Film als eine Reihe IMAX-ähnlicher Action-Szenen ist, und doch: "Ein Vergnügen ist das aber trotzdem irgendwie."

"Ride Along: Next Level Miami"
Komödie
USA
102 Minuten
FSK 12

Während sein Hochzeitstag naht, reist Ben (Kevin Hart) mit seinem Schwager James (Ice Cube) nach Miami, um einen Drogendealer zu verhaften, der die Dealer von Atlanta mit Stoff versorgt. Regisseur Tim Story hat es sich einfach gemacht und seinen ersten "Ride Along" von 2014, der in den USA ein Überraschungserfolg wurde, einfach nochmal verfilmt, nur noch lauter. Selbst die gut zusammen spielenden Stars können dieses abflachende Stück nicht mehr retten. Die Kritiken sind katastophal, die Zuschauermeinungen gemischt. Unser Rezensent Carsten Moll kritisiert die "solide inszenierte Massenware ohne Ecken und Kanten" als "unoriginell und langweilig". Unsere Empfehlung: Spart Euch das Geld!

"Anomalisa"
Animationsfilm
USA
90 Minuten
FSK 12

Ein Mann (im Original gesprochen von David Thewlis, in der Synchronisation von Frank Röth), der von der Alltäglichkeit seines Lebens belastet ist, erlebt etwas Außergewöhnliches. Regisseur und Drehbuchautor Charlie Kaufman ist für seine höchst originellen Skripte zu Filmen wie "Vergiss mein nicht", "Being John Malkovich" und "Adaption" bekannt. Sein sehr sperriges Regiedebut "Synedoche, New York" überspannte 2008 dem Geschmack vieler Zuschauer nach den Bogen einer verschachtelten Geschichte zu sehr, aber mit diesem Animationsfilm, der mit Stop Motion-Knetpüppchen gefilmt wurde, ist dem Künstler ein publikumswirksamerer und vor allem sympathischer Streifen gelungen. "Anomalisa" ist ein weiterer brillanter und unverwechselbarer Höhepunkt in seiner Karriere und ein nachdenklich stimmender Genuss für Freunde psychologischer Selbsterkenntnis. Der für den "Oscar" nominierte Film ist von den Kritikern hymnisch aufgenommen worden; die Zuschauer sind etwas reservierter. Unsere Kritikerin Sonja Hartl ist begeistert und vergibt die Höchtstwertung - fünf von fünf Sternen: "Ein hinreißend schmerzlicher Film über und für eine Welt, die mehr Anderssein braucht." Unsere Empfehlung: Reingehen!

"Brooklyn"
Drama
Irland
112 Minuten
FSK 0

Eine irische Einwanderin (Saoirse Ronan), die in den Fünfzigern nach Brooklyn kommt, verliebt sich schnell in einen Einheimischen. Aber bald schon muss sie sich zwischen ihren beiden Heimatländern und ihren zwei Lieben (Emory Cohen und Domhnall Gleeson) entscheiden. Kein Geringerer als Nick Hornby hat Colm Toibin's gleichnamigen Roman aus dem Jahr 2009 für die Leinwand adaptiert, und John Crowley ("Unter Beobachtung") hat das irische Drama herausragend in Szene gesetzt. Fraglos einer der besten Filme des letzten Jahres, mit beinahe einstimmigen Lob der Kritiker und einem ausgezeichneten Mundpropaganda der Zuschauer, drückt der Film genauso geschickt auf die Tränendrüse wie er den Verstand zufrieden stellt. Herausragend agieren Saoirse Ronan und Emory Cohen. Die Hauptdarstellerin, der Film und das Drehbuch sind jeweils für einen "Oscar" nominiert. Unser Kritiker Carsten Moll reiht sich in die Riege begeisterter Rezensenten ein und vergibt die Höchstwertung -fünf von fünf Sternen: "Neben der rundum stimmigen Inszenierung und dem überzeugenden Drehbuch können hier vor allem die Schauspieler auftrumpfen, allen voran Saoirse Ronan in der Hauptrolle." Unsere Empfehlung: Reingehen!

"Bibi & Tina: Mädchen gegen Jungs"
Komödie
Deutschland
110 Minuten
FSK 0

Dritte Verfilmung der seit 1991 bestehenden Hörspielreihe. Nach seinem "Bibi & Tina"-Doppelschlag von 2014 liefert hier Regisseur und Drehbuchautor Detlev Buck seinen dritten Film der Reihe ab. In dieser deutschen Komödie messen sich die Hexe (Lina Larissa Strahl) und ihre Freundin (Lisa-Marie Koroll) zusammen mit anderen Mädchen in einem Sommercamp bei einer Schatzsuche mit einer Gruppe Jungen. Buck hat offensichtlich beschlossen, einfach mal Spaß zu haben, und sein Werk randvoll gepackt ohne Rücksicht auf Verluste: Ein spielfilmlanges, überstilisiertes Pop-Video, exzentrische Charaktere, schrille Gags, Slapstick, Wortverdrehungen, Grimmassieren, bis der Arzt kommt, Pop-Kulturreferenzen, hyperrealistische Farben, Zeitlupe und Zeitraffer. Der Film ist so entwaffend albern, dass sich die Kritiker dem Charme nicht entziehen können und den Streifen als besten der bisherigen drei Teile loben. Dem schließt sich unser Rezensent Björn Schneider an: "Der dritte Teil der Reihe gestaltet sich ebenso poppig-bunt, stylish und unterhaltsam wie die ersten beiden Filme, kommt aber komplexer sowie vielschichtiger daher und bietet weiterentwickelte Figuren." Unsere Empfehlung: Reingehen!

"Daddy's Home"
Komödie
USA
96 Minuten
FSK 6

US-Komödie über einen Mann (Will Ferrell), der mit viel Mühe die Zuneigung seiner Stiefkinder erworben hat; als plötzlich der lange abwesende, leibliche Vater (Mark Wahlberg) der Kinder auftaucht, kommt es zwischen den Männern zu einer Art "Wettkampf". Die überzogene und auf dem Prinzip Schadenfreude aufbauende Klamotte von Sean Anders ("Kill the Boss 2") zeigt wie bei "Die etwas anderen Cops", dass Ferrell und Wahlberg gut harmonieren - aber dem Material, mit dem sie hier arbeiten müssen, fehlt es schlicht an wirklich witzigen Ideen und dem Mumm oder dem Einfallsreichtum, die satirischen Möglichkeiten der Ausgangsidee auszuloten. Nichtsdestotrotz ist der Streifen ungeachtet der schlechten Kritiken und der mäßigen Mundpropaganda ein Riesenerfolg in den USA und in Großbritannien geworden. Unser Kritiker Carsten Moll hat eine "routinierte und solide inszenierte Unterhaltung voller ebenso alberner wie harmloser Gags mit starken Hauptdarstellern" gesehen.


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