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Madame empfiehlt sich
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© Central Film © Wild Bunch

Kritik: Madame empfiehlt sich (2013)


In kleinen, teilweise sehr amüsanten Episoden schlittert Catherine Deneuve als Betty von einer Begebenheit in die andere. Immer die nächste Zigarette als Ziel vor den Augen. Schließlich meldet sich dann noch ihre Tochter, zu der sie schon lange keinen Kontakt mehr hat und drängt sie, ihren Enkelsohn zum Opa väterlicherseits zu fahren. So lernt sie ihren Enkel und der Zuschauer ihr bisheriges Leben kennen. Sie ist nämlich eine ehemalige Miss Bretagne, die ihre Jugendliebe bei einem gemeinsamen Autounfall verlor. Dieser Vorfall scheint ihr ganzes Leben zu prägen und dient dann auch als Erklärung, warum sie keine Verantwortung für Tochter und Enkel übernommen hat. Ihr erster Mann, der sie auch schon betrogen hat, erstickte an einem Hähnchenknochen, was sie auch gerne zum Besten gibt.

Regisseurin Emmanuelle Bercot zeichnet ihre Protagonistin als Sympathieträgerin, obwohl man im Laufe des Films viele Dinge erfährt, die sie als verantwortungslos und egoistisch erscheinen lassen. Sie war nicht die sorgsame, aufopferungsvolle Mutter. Das erscheint auch heute noch als nicht akzeptabel - wäre sie ein Mann, hätte man das wohl eher hingenommen. Aber Bercot vertauscht hier nicht einfach die Geschlechterrollen, sondern zeigt eine selbstbewusste und trotzdem verletzliche Frau, die eben auch Fehler gemacht hat.
Für Catharine Deneuve scheint die Rolle der Betty wie auf den Leib geschneidert. Ausdrucksstark brilliert sie in den ernsten, wie auch in den häufigen komischen Situationen. Der Film ist somit stark auf die Protagonistin fokussiert, was die anderen Charaktere etwas im Schatten stehen lässt. Ein bisschen mehr Beleuchtung auf die Tochter und gerade den Enkel, mit dem sie immerhin fast die Hälfte des Films unterwegs ist, hätte der Story gut getan. Aber alles in allem ist "On My Way" ein gut gelungener Film mit einer ausgeprägten Situationskomik.

Fazit: Ein erfrischend anderer Roadmovie, der mit viel Humor und einer starken Catharine Deneuve, den Weg einer Frau zeigt, die noch lange nicht angekommen ist.





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