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Das Berlinale-Plakat 2013
Das Berlinale-Plakat 2013
© berlinale.de

Endspurt

Berlinale, Tag 9

Zum letzten Mal in 2013 waren am Freitag mit "Nobody's Daughter Haewon" und "On my Way" neue Wettbewerbsfilme und Premieren zu sehen.

Es ist so weit: Das letzte Berlinale-Wochenende und damit auch der Abschluss der 63. Berliner Filmfestspiele steht bevor. Bereits gestern abend endete im HAU Hebbel am Ufer der 11. Berlinale der Talent Campus. Sechs Tage gaben hier unter dem Motto "Some Like It Hot – Filmmakers as Entertainers" 150 internationalen Filmexperten, darunter Prominente wie Schauspielerin Holly Hunter, Regisseurin Jane Campion oder ihr Kollege Paul Verhoeven, in Workshops, Trainingssessions, Vorträgen und Podiumsdiskussionen ihr Wissen an die Teilnehmer des Talent-Campus weiter.

Am Freitag wurden mit "Nobody's Daughter Haewon" und "On my way" die letzten um die begehrten Bären konkurrierenden Filme des internationalen Wettbewerbs vorgestellt. Außerdem noch ein letzter außer Konkurrenz laufender Film - "Die Croods", die einzige Animation im Wettbewerb.

Der koreanische Wettbewerbsbeitrag "Nobody's Daughter Haewon" von Hong Sangsoo kreist recht ereignislos um eine Filmstudentin in Seoul: Haewons Eltern haben sich scheiden lassen. Nun will ihre Mutter nach Kanada übersiedeln, wo bereits Haewons Bruder wohnt. Nach einem letzten Treffen mit ihrer Mutter fühlt sich die in Seoul lebende Filmstudentin so einsam, dass sie sich wieder bei ihrem Professor meldet, mit dem sie vor einiger Zeit eine nur halbherzig beendete Affäre hatte. Bei dem Treffen aber laufen die beiden Kommilitonen von Haewon über den Weg und die Affäre fliegt auf. Dennoch ist ihr Professor, der immerhin Frau und Kind hat, nach wie vor nicht gewillt, das Ende der Affäre zu akzeptieren und schlägt ihr statt dessen vor, gemeinsam zu fliehen. Da Haewon immer mal wieder einschläft, wird nicht ganz klar, was wirklich passiert und was nur ein Traum ist. Alles? Nichts? Auch egal, denn: Ohne auch nur annähernde Höhepunkte in Story und Optik plätschert der in blassen Farben gehaltene Film vor sich hin, ohne den Zuschauer in irgendeiner Form emotional anzusprechen oder gar zu berühren. Hauptfigur Haewon bleibt leider ebenso fremd wie ihre (Männer-)Bekanntschaften.

Gelungener hingegen ist Emmanuelle Bercots Roadmovie "Madame empfiehlt sich". Catherine Deneuve, die Grande Dame des französischen Films, spielt hier eine ehemalige Miss Bretagne und aktuelle Restaurantbesitzerin, die, nachdem sie erfährt dass ihre Affäre sie gegen eine deutlich Jüngere eingetauscht hat, nach Jahren wieder das Bedürfnis hat zu rauchen - dafür aber erst mal Zigaretten holen muss, was sich an einem Sonntag irgendwo in der französischen Provinz als schwierig erweist. Ihre Reise, die natürlich nicht mit dem Erwerb der begehrten Zigaretten endet, birgt zwar manch Vorhersehbares, aber auch einige Lacher. Kein ultimatives Glanzstück also, aber doch ein netter Film, zu dessen Premiere am Freitag abend Deneuve höchstpersönlich auf dem roten Teppich zu bewundern war.

Der außer Konkurrenz laufende "Die Croods" schließlich ist ein witziger (3D) Animationsfilm über eine Familie von Höhlenmenschen, die durch tektonische Veränderungen der Erde gezwungen sind, ihr altes Leben in der Höhle aufzugeben und sich den neuen Bedingungen anzupassen. Jedoch ist alles Neues für das Familienoberhaupt Grug, gesprochen von Nicolas Cage, gleichbedeutend mit Tod ("Angst ist gut, Veränderung ist schlecht"). Ganz im Gegensatz zu seiner Tochter Eep (Emma Stone), die die Nase voll hat von dem langweiligen Leben. Mit Hilfe des progressiven Nomaden Guy machen sie sich auf den abenteuerlichen Weg in eine Art "gelobtes Land". Dabei entdecken sie viele neue Dinge, wie Schuhe und eine Art frühzeitliches Mobiltelefon. Mit vielen Gags, jeder Menge lustigen Fantasiegeschöpfen und einer tollen 3D Umsetzung ist "Die Croods" ein Spaß für die ganze Familie - auf der Pressevorführung wurde herzlich gelacht. Um dem Film gebührende Aufmerksamkeit zu bescheren, ließen sich sowohl Nicolas Cage als auch Emma Stone in Berlin blicken.

Bereits morgen abend werden in der Preisverleihungsgala die Goldenen und Silbernen Bären an ihre neuen Besitzer übergeben, bis dahin hat die Jury unter dem Vorsitzenden Wong Kar Wei Zeit, aus den 19 zur Wahl stehenden Produktionen die Gewinner auszuwählen. Am Sonntag werden dann noch einmal die Berliner Filmfans zur Sichtung des diesjährigen Programms in "ihre" Kinos gebeten.






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