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The Huntsman & The Ice Queen
The Huntsman & The Ice Queen
© Universal Pictures International Germany

Kritik: The Huntsman & The Ice Queen (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Im Jahr 2012 kam mit "Snow White and the Huntsman" eine aufregende Neuinterpretation des Grimmschen Märchens "Schneewittchen" in die Kinos. Snow White und der Jäger bildeten darin ein kriegerisches Gespann in einem mittelalterlich düsteren Szenario. Nun gibt es ein Sequel zu diesem gelungenen Actionabenteuer, das eigentlich eine Art Spin-Off ist. Denn es erzählt unter anderem die Vorgeschichte des wackeren Huntsman Eric, als er noch zum Heer von Königin Freya, der bislang unbekannten Schwester von Snow Whites Stiefmutter Ravenna, gehört. Dann macht die Geschichte einen Sprung von einigen Jahren – in dieser Zeit ereignete sich auch das Abenteuer von Snow White – und setzt dann wieder ein, um Eric in den Kampf gegen Freya ziehen zu lassen. Snow White selbst wird zwar erwähnt, tritt aber nicht in Erscheinung.

In seinem Spielfilmdebüt versucht der Regisseur Cedric Nicolas-Troyan, der am Originalfilm als Visual Effects Supervisor und Second-Unit-Regisseur beteiligt war, erneut die von ernster Magie erfüllte Atmosphäre des ersten Films zu erzeugen. Aber die Geschichte wirkt recht zusammengestückelt mit ihren Analogien zum Animationshit "Die Eiskönigin" oder der Weißen Hexe in "Die Chroniken von Narnia: Der König von Narnia". Zur reichen Fantasyaction werden auch stellenweise recht schwülstige Worte über die Macht der Liebe serviert.

In einem echten Märchen steht die böse Stiefmutter oder Hexe an zentraler Stelle. Doch macht es Sinn, ihr plötzlich eine Schwester anzudichten? Das Gespann Ravenna und Freya erweist sich nicht als die beste Erfindung der Filmgeschichte, vor allem, weil Charlize Theron die blasse Emily Blunt, die als Eiskönigin die viel größere Rolle innehat, glatt an die Wand spielt. Chris Hemsworth überzeugt als Huntsman hingegen erneut und darf ihm sogar etwas Humor zugestehen. Für den Witz sind aber in erster Linie die Zwerge zuständig: Der von Nick Frost gespielte Nion und sein Halbbruder bekommen es mit zwei kleinen Damen zu tun, die genauso ruppig schimpfen können wie sie selbst.

Die visuelle Gestaltung hat einiges zu bieten: Es gibt ausführliche Kampfszenen, in denen auch die von Jessica Chastain gespielte Sara brilliert, Kobolde und andere Fantasygestalten kommen vor, und auch die Magie der bösen Schwestern wird effektreich vorgeführt. Der optische Aufwand aber entschädigt nicht ganz für das fehlende emotionale Zentrum der Geschichte, die einfach zu viele inhaltliche Motive kombiniert.

Fazit: In der Fortsetzung der martialisch-düsteren Märchenaction "Snow White and the Huntsman" bewährt sich Chris Hemsworth erneut als wackerer Krieger. Statt Snow White aber stellt ihm die Geschichte die Kriegerin Sara, die seine große Liebe ist, an die Seite. Als Haupt-Bösewicht fungiert eine von Emily Blunt enttäuschend blass gespielte Eiskönigin. Trotz der aufwändigen visuellen Gestaltung erreicht der Film nicht die atmosphärische Qualität des Vorgängers, weil seinem zusammengebastelten Inhalt ein echtes emotionales Zentrum fehlt.





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