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Mary Stuart, Königin von Schottland
Mary Stuart, Königin von Schottland
© Universal Pictures International

Kritik: Maria Stuart, Königin von Schottland (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Mit ihrer ersten Kinoarbeit "Maria Stuart, Königin von Schottland" widmet sich die theatererfahrene britische Regisseurin Josie Rourke einer historischen Figur, deren Leben (und frühes Sterben) schon häufig dramatisiert wurde – etwa in John Fords "Maria von Schottland" (1936) mit Katharine Hepburn oder in der UFA-Produktion "Das Herz der Königin" (1940) mit Zarah Leander. Auf Basis der Biografie "Queen of Scots: The True Life of Mary Stuart" von John Guy schildert das von Beau Willimon verfasste Drehbuch die Entwicklung der jung verwitweten Maria nach der Rückkehr in die schottische Heimat – und konzentriert sich dabei auf die schwierige Beziehung zur Cousine, Königin Elisabeth I.

Die gegensätzliche Art der beiden Regentinnen wird zunächst etwas überspitzt vor Augen geführt; im Laufe des Films werden jedoch auch die Brüche in dieser Kontrastierung und somit das Verbindende erkennbar. Beide Frauen werden erfreulich komplex gezeichnet – und von den Hauptdarstellerinnen sehr ausdrucksstark interpretiert: Saoirse Ronan ("Abbitte", "Lady Bird") spielt die Titelheldin als stolze und kluge Persönlichkeit voller Entschlossenheit und Würde; Margot Robbie ("The Wolf of Wall Street", "I, Tonya") agiert als Elisabeth in einer Mischung aus Härte und Verletzlichkeit nicht minder eindrücklich. Flankiert werden die beiden von einem guten Neben-Cast, darunter Maria Dragus ("Licht"), Gemma Chan ("Crazy Rich") und Joe Alwyn ("Die irre Heldentour des Billy Lynn").

Neben dem Schauspiel überzeugen auch die von Alexandra Byrne entworfenen Kostüme, die stets etwas über die Figuren, die sie tragen, zu erzählen haben. Hinzu kommt die gekonnte Kameraführung von John Mathieson, die sowohl für Momente der Nähe als auch für wuchtige Szenen die perfekten Bilder findet – etwa von der einsamen Elisabeth, die nach einer wichtigen Entscheidung auf dem Dach ihres Schlosses steht. Dem (erdachten) Treffen zwischen Maria und Elisabeth von Angesicht zu Angesicht an einem abgelegenen, geheimen Ort wird durch eine leicht surreale Atmosphäre die nötige Dramatik verliehen.

Fazit: Ein gelungener Historienfilm mit hervorragender Ausstattung – und zugleich ein faszinierendes, nuanciert gespieltes Charakterdrama.




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