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Venus im Pelz (2013)

La Vénus à la fourrure

Von Roman Polanski inszenierte rranzösisch-polnische Leinwand-Adaption des Broadway-Stückes "Venus in Fur": Eigentlich verspricht sich Theaterregisseur Thomas am Ende eines langen Casting-Tages von der letzten, vulgären Bewerberin herzlich wenig. Doch als er sie vorsprechen lässt, erlebt er eine Verwandlung, wie er sie nicht erwartet hatte...User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.7 / 5

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Die Kamera fährt eine Straße entlang, biegt dann nach rechts ab und führt in ein altes Theater hinein. Ein Schild verrät, dass dort die Vorsprechen für ein neues Stück stattfinden: die "Venus im Pelz". Zusammen mit einer durchnässten blonden Frau betritt der Zuschauer den Theatersaal und trifft dort auf Thomas (Mathieu Amalric), der sich am Telefon gerade über die Schauspielerinnen beim Vorsprechen beschwert. Sie waren zu jung, zu naiv und nicht hübsch genug um die Hauptrolle in seinem Stück zu spielen, das auf Leopold von Sacher-Masochs Skandalbuch "Venus im Pelz" basiert, in dem sich ein Mann von einer Frau dominieren lassen will. Doch nun ist Vanda (Emanuelle Seigner) mit dem Zuschauer in den Saal gelangt. Sie ist etwas ordinär, redet zu viel, kaut Kaugummi und kommt zu spät. Gleichsam von ihr überrumpelt, lässt sich Thomas überzeugen, sie vorsprechen zu lassen. Sofort ist er von ihrem Talent fasziniert, auch scheint sie erstaunlich viel zu wissen – und fortan spielen sie mit den Rollen der dominanten Frau und dem devoten Mann, sie lesen, interpretieren und analysieren das Stück. Dadurch vermischen sich auf der Bühne zunehmend Spiel und Wirklichkeit. Schließlich kommt es zu einer Unterwerfung, allerdings anders als viele erwarten.

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Filmkritik

Wie bereits bei "Gott des Gemetzels" hat Roman Polanski hat mit "Venus im Pelz" ein Theaterstück verfilmt, dessen Wurzeln offensichtlich sind: der Film bleibt im Theater und es agieren lediglich zwei Schauspieler. Dabei stimmt die berühmte Chemie zwischen Polanskis Ehefrau Emanuelle Siegner und Mathieu Amalric, die in die jeweiligen Rollen perfekt passen. Mit Leichtigkeit spielen sie sich die Dialogzeilen zu, wechseln mühelos und teilweise innerhalb von Sekunden von dominant zu devot und bieten damit dem Zuschauer viel Unterhaltung. Dazu trägt auch der bewusste Inszenierungscharakter des Films bei, allein die Lichtsetzung unterstreicht sehr gut die verschiedenen Ebenen und die Musik von Alexandre Desplat passt hervorragend. Darüber hinaus werden in hintersinnigem Tom amüsante Details wie ein sehr phallischer Kaktus und Anspielungen auf die Psychoanalyse mit der Demütigung auf der Bühne verbunden, so dass Polanskis Faible für Macht- und Rollenspiele hier angenehm unterhaltsam, aber dennoch böse zum Ausdruck kommt. Daher ist "Venus im Pelz" gerade im Vergleich zu "Gott des Gemetzels" leichter.
Es ist kein Zufall, dass Mathieu Amalric Ähnlichkeit mit Roman Polanski in jungen Jahren hat – und noch dazu mit Polanskis Ehefrau spielt. Dadurch wird der Film auch zu einer Auseinandersetzung des Regisseurs mit dem Inszenierten und eine Anspielung auf seinen Umgang mit seinen Darstellern. Und es macht Freude, dieser Reflektion zuzusehen – zumal sie ein äußerst prägnantes Ende nimmt.

Fazit: Getragen von zwei guten Hauptdarstellern ist "Venus im Pelz" ein komödiantisches Kammerspiel mit bitterernsten Zwischentönen und grotesken Pointen.




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Land: Frankreich, Polen
Jahr: 2013
Genre: Drama
Länge: 96 Minuten
FSK: 16
Kinostart: 21.11.2013
Regie: Roman Polanski
Darsteller: Mathieu Amalric, Emmanuelle Seigner
Verleih: Prokino

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