VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder
Venus im Pelz - Hauptplakat
Venus im Pelz - Hauptplakat
© Prokino

Kritik: Venus im Pelz (2013)


Wie bereits bei "Gott des Gemetzels" hat Roman Polanski hat mit "Venus im Pelz" ein Theaterstück verfilmt, dessen Wurzeln offensichtlich sind: der Film bleibt im Theater und es agieren lediglich zwei Schauspieler. Dabei stimmt die berühmte Chemie zwischen Polanskis Ehefrau Emanuelle Siegner und Mathieu Amalric, die in die jeweiligen Rollen perfekt passen. Mit Leichtigkeit spielen sie sich die Dialogzeilen zu, wechseln mühelos und teilweise innerhalb von Sekunden von dominant zu devot und bieten damit dem Zuschauer viel Unterhaltung. Dazu trägt auch der bewusste Inszenierungscharakter des Films bei, allein die Lichtsetzung unterstreicht sehr gut die verschiedenen Ebenen und die Musik von Alexandre Desplat passt hervorragend. Darüber hinaus werden in hintersinnigem Tom amüsante Details wie ein sehr phallischer Kaktus und Anspielungen auf die Psychoanalyse mit der Demütigung auf der Bühne verbunden, so dass Polanskis Faible für Macht- und Rollenspiele hier angenehm unterhaltsam, aber dennoch böse zum Ausdruck kommt. Daher ist "Venus im Pelz" gerade im Vergleich zu "Gott des Gemetzels" leichter.
Es ist kein Zufall, dass Mathieu Amalric Ähnlichkeit mit Roman Polanski in jungen Jahren hat – und noch dazu mit Polanskis Ehefrau spielt. Dadurch wird der Film auch zu einer Auseinandersetzung des Regisseurs mit dem Inszenierten und eine Anspielung auf seinen Umgang mit seinen Darstellern. Und es macht Freude, dieser Reflektion zuzusehen – zumal sie ein äußerst prägnantes Ende nimmt.

Fazit: Getragen von zwei guten Hauptdarstellern ist "Venus im Pelz" ein komödiantisches Kammerspiel mit bitterernsten Zwischentönen und grotesken Pointen.




Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.