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Fantastic Four
Fantastic Four
© Constantin Film

Kritik: Fantastic Four (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

"Fantastic Four" ist keine weitere Fortsetzung des von Bernd Eichinger produzierten Films mit Chris Evans und Jessica Alba, sondern markiert einen kompletten Neustart des Franchise. Im Gegensatz z.B. zum Spider-Man-Reboot mit Andrew Garfield vor einigen Jahren, macht der Neubeginn durchaus Sinn, erwiesen sich "Fantastic Four" (2005) und "Rise of the Silver Surfer" (2007) doch als künstlerisch höchst durchwachsen. Regie führte Josh Trank, für den es der zweite Kinoausflug nach seinem Sci-Fi-Abenteuer "Chronicle" von 2012 ist. Trank - der erst 30 Jahre alt ist - drehte "Fantastic Four" mit einem Budget von rund 130 Millionen Dollar von April bis August 2014.

Die Neuverfilmung von Josh Trank und die 2005er-Version von Regisseur Tim Story könnten unterschiedlicher nicht sein, vor allem hinsichtlich der Grundstimmung und der Dramaturgie. Der deutlichste Unterschied ist, dass die Neuverfilmung wesentlich dunkler und bedrohlich-düsterer daherkommt als der doch recht poppig-bunte, knallig-überdrehte erste Film. Das Werk von Tim Story erinnerte vielmehr an eine farbenfrohe Pop-Oper im Stile der Batman-Filme der mittleren 90er-Jahre. Auch lässt sich Trank viel mehr Zeit mit der Einführung und Charaktersierung seiner Figuren, während Tim Story seine Geschichte sehr schnell zur Sache kommen ließ, ohne besonders viel Zeit auf die Etablierung der vier Helden zu verwenden.

Auch hinsichtlich der Besetzung überragt die Neuverfilmung das Original: Miles Teller überzeugt als besonnener, charismatischer Jung-Wissenschaftler Reed bzw. Mr. Fantastic ebenso wie Kate Mara als pflichtbewusste "Unsichtbare" und Jamie Bell legt seinen komplexen Charakter auf glaubwürdige Art nachdenklich und melancholisch an. Das Größte Lob gebührt aber Michael B. Jordan als "menschliche Fackel".

Jordan, dem 2013 der Durchbruch mit "Nächster Halt: Fruitvale Station" gelang, verzichtet völlig auf das egomanisch-überzogene, überkandidelte Gehabe eines Chris Evans und erdet seine Figur. Ein Verdienst sicher auch von Regisseur Trank und den Drehbuchautoren, die zudem Mut damit bewiesen, dass die Figur des Johnny ein farbiger Darsteller ausfüllen darf. Gelungen ist auch die sowohl optische als auch charakterliche Ausgestaltung des Antagonisten Dr. Doom, der zur grimmigen, tristen Atmosphäre des Films passt. Alles in allem hätte "Fantastic Four" ein phantastischer Sommer-Blockbuster werden können, wenn man einen großen Fehler vermieden hätte: der Film kommt nach knapp 95 Minuten und dem Finalkampf viel zu schnell, überhastet und für die meisten wohl überraschend unvermittelt zum Ende. 15 bis 20 Minuten mehr hätten dem Film gut getan und ihm sein unbefriedigendes Ende genommen.

Fazit: "Fantastic Four" startet die Marvel-Reihe neu und ist aufgrund einer großartigen Darsteller-Riege und der dunklen Grundstimmung gelungener als der schwache, viel zu überdrehte Erstling von 2005. Zum ganz großen Wurf langt es aber nicht - dafür kommt der Film viel zu hastig und übereilt zum Ende.






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