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A Million Ways to Die in the West
A Million Ways to Die in the West
© Universal Pictures International Germany

Kritik: A Million Ways to Die in the West (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Regisseur und Drehbuchautor Seth MacFarlane, der auch die Hauptrolle des Albert Stark spielt, bürstet in dieser urigen, schwarzhumorigen Satire den Wilden Westen kräftig gegen den Strich. Hauptthema der comedyhaften Geschichte ist die ständige Lebensgefahr, in der die Menschen damals schwebten. Selbst auf dem fröhlichen Jahrmarkt kommen Leute zu Tode. Der oft deftige Humor speist sich aus starken, dramaturgisch gesetzten Kontrasten. Schon der Hauptcharakter Albert wirkt im archaischen Wilden Westen komplett deplatziert und führt seine Heimatstadt mit der Leidensmiene eines Mannes vor, der aus einer zivilisierteren, fortschrittlicheren Welt hereingeschneit zu sein scheint.

Im Gegensatz zu der eitlen Louise findet die hartgesottene Gangsterbraut Anna den Schafzüchter weder peinlich, noch feige. Sie genießt es auch, dass er sie mit Respekt behandelt, was sie von Clinch gar nicht gewöhnt ist. Diese Freundschaft mit einer Frau, die vermutlich besser schießen kann als alle Männer in der Stadt, öffnet Albert die Augen. Er erkennt, dass er sein Licht nicht länger unter den Scheffel zu stellen braucht. Auch für ihn wird – weil der Rahmen immer noch ein Western ist – allerdings der Tag kommen, an dem er mittags auf der Hauptstraße zum Showdown antreten muss. Ein weiteres Gegensatzpaar bilden Alberts bester Freund Edward (Giovanni Ribisi) und die Prostituierte Ruth (Sarah Silverman): Er macht ihr beharrlich den Hof und hat sogar Verständnis dafür, dass sie keinen vorehelichen Sex mit ihm will, weil sich das nicht gehört. Gegensätzlich sind auch der üble Bursche Clinch und die integere Anna, die sich von ihm nicht mehr unterdrücken lassen will. Der Humor zieht viele Register von harmlos-witzig – Albert hat Angst vor einer "Überdosis" Haschkekse – über Slapstick und Satire bis zu unappetitlichen Fäkal-, Unfall- und Gewaltszenen. Alberts Sprache und seine Neigung, die Dinge kritisch zu hinterfragen, erinnern eher an die heutige Zeit als an den alten Westen. Es gibt auch überraschende Cameo-Auftritte von Helden anderer Filme und gelegentliche Fantasieeinlagen. Die landschaftliche Kulisse, zu der auch das imposante Monument Valley gehört, sorgt hingegen ebenso wie die Filmmusik dafür, dass man sich in einen klassischen Western zurückversetzt fühlt. All diese Kontraste in Inhalt und Gestaltung ergeben eine originelle Comedyunterhaltung, die auf skurrile Eindrücke setzt, sich aber atmosphärisch nicht wirklich abhebt.

Fazit: In Seth MacFarlanes skurriler Komödie befinden sich die Bewohner eines Westernkaffs des Jahres 1882 in ständiger Lebensgefahr. Mit ihrem redegewandten Antihelden, deftigem Humor und einer kontrastreichen Dramaturgie bietet sie zwar originelle, aber nicht wirklich mitreißende Unterhaltung.




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