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Resident Evil - The Final Chapter
Resident Evil - The Final Chapter
© Constantin Film

Kritik: Resident Evil - The Final Chapter (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

"The Final Chapter" beschließt nun, nach fünf vorherigen Filmen, die erfolgreichste Film-Reihe aller Zeiten, die auf einem Videospiel basiert. Die Unterbrechung von mehr als vier Jahren zwischen Teil fünf und sechs, lag unter anderem darin begründet, dass Milla Jovovich und ihr Mann Paul W. S. Anderson ein Kind bekamen. Die Beiden sind seit 2009 verheiratet und schon beim ersten Teil der "Resident Evil"-Reihe führte Anderson Regie. Seine Weltpremiere feierte das Ende 2015 vor allem in Südafrika gedrehte "Final Chapter" am 23. Dezember 2016 in Japan. Für Schlagzeilen sorgten die Dreharbeiten, als eine Stuntfrau bei einem spektakulären Motorrad-Stunt schwer verunglückte. Sie fiel für einige Wochen ins Koma, überlebte aber.

Für Action-Fans und Freunde der rasanten Reihe bietet der sechste Film um Kampfamazone Alice solide, durchaus unterhaltsame Action-Horror-Kost mit viel Blut und mit mindestens ebenso vielen Schnitten. Denn der Film zeichnet sich vor allem – und teils mehr noch als seine Vorgänger – durch die vielen (Nah-)Kampfszenen aus, die Regisseur Anderson zumeist in rasend schneller Geschwindigkeit sowie mit Hilfe dutzender Einstellungs- und Perspektivwechsel präsentiert. Er verzichtet auf pathetische Zeitlupe und setzt ganz auf die Rasanz und Hektik des Moments – mit nervöser Wackelkamera festgehalten. Jener Moment, in dem es um Leben und Tod geht und Bruchteile einer Sekunde über den eigenen Fortbestand entscheiden können.

Darüber hinaus bietet "Final Chapter" einige halsbrecherische Stunts und schweißtreibende Schießereien über und unter Tage (häufig vor dem Hintergrund nervösen, fiebrig-vibrierenden Strobo-Lichts). Eines der vielen Action-Highlights zeigt Alice, wie sie – lediglich an einem Seil hängend – eine ganz Horde wildgewordener Zombies niedermetzelt. Der Body Count ist extrem hoch, die Action radikal und die Optik unheilvoll und düster. Dinge, die die vielen Fans der Reihe erfreuen dürfte.

Visuell sehr beeindruckend ist vor allem die CGI-Darstellung des zerstörten Washington, in dem nur noch eine einzige Weltuntergangsstimmung herrscht. Und diese manifestiert sich auch auf der Leinwand vor dem Auge des Zuschauers, zum Beispiel in Form endloser und bedrückend trostloser Trümmerlandschaften sowie vor dem Einsturz stehender Ruinen. Die Apokalypse hat nun auch die Hauptstadt erreicht, und Anderson findet dafür die passende, bedrohlich-beklemmende Bildsprache. Mit hohem Symbolcharakter und Aktualitätsbezug, denn gegenwärtig herrscht ja tatsächlich Weltuntergangsstimmung in weiten Teilen der Hauptstadt und nicht nur dort, praktisch überall auf der Welt. Der Grund: Der neue US-Präsident.

Neben dieser metaphorischen Entsprechung (wohl nicht ganz freiwillig, da Trump bei Fertigstellung des Films freilich noch nicht gewählt war) und der starken Action, lässt Teil sechs aber auch wieder einiges vermissen – wie gewohnt bei diesem Franchise, so ist man fast geneigt zu sagen. Wem oberflächliche Figuren ohne charakterliche Tiefe und eine simple Story mit überraschungsarmen Wendungen aber weitgehend egal sind, macht mit "Final Chapter" nicht viel falsch.

Fazit: Würdiger, extrem bleihaltiger und explosiver (vermutlich) letzter Teil des erfolgsverwöhnten Franchise. Wem der starke letzte Teil ("Retribution") gefiel, wird dank der keine Enttäuschung erleben. Ein Faible für hektische Wackelkamera und schnelle Schnitte braucht es aber schon auch.




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