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Vergiss mein Ich (2013)

Deutsches Drama: Eine nicht diagnostizierte Gehirnhautentzündung führt bei Lena Ferben zum Verlust ihres biographischen Gedächtnisses. Zwar kann sie noch ganz normal sprechen - aber all ihre Erfahrungen, die Erinnerungen an Freunde, Verwandte und ihren eigenen Ehemann sind wie weggeblasen. Ihr bisherige Persönlichkeit kennt sie nur aus Erzählungen. Und dennoch drängt ihre gesamte Umwelt sie dazu, wieder zu dieser, ihr völlig fremden, Person zu werden...Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.0 / 5

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Lena (Maria Schrader) und Tore Ferben (Johannes Kirsch) sind seit Jahren glücklich verheiratet, als ein plötzlicher Schicksalsschlag völlig unerwartet das Glück beendet. Infolge einer nicht schnell genug entdeckten Hirnhautentzündung verliert Lena ihr Gedächtnis. Die Diagnose: Retrograde Amnesie. Alle Erinnerungen an ihr bisheriges Leben sind weg, Lena muss noch einmal von vorne beginnen. Zwar findet sie sich danach weiterhin problemlos in ihrem Alltag zurecht, doch jegliche Erinnerungen an ihre Familie, Freunde und vergangenen Erlebnisse sind weg. Die Amnesie ist für alle Beteiligte ein großer Schock, allen voran natürlich für Tore. Dennoch beginnt er damit, ihr zu helfen, ihre Realität neu zu entdecken. Er spricht immer wieder von gemeinsamen Erlebnissen aus der Vergangenheit, um sie mit ihrer alten Lebenswelt vertraut zu machen. Wird es den Beiden gelingen, Lenas Erinnerungen zurückzuerlangen?

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Vergiss mein IchVergiss mein IchVergiss mein Ich - Maria SchraderVergiss mein IchVergiss mein Ich


Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

Wie schon in seinem ersten, preisgekrönten Kinofilm "Über uns das All" erzählt Regisseur Jan Schomburg auch hier von der beschwerlichen Suche nach der eigenen Identität. Inspiriert wurde Schomburg dabei von einer Radiosendung, in der es um die retrograde Amnesie einer 40-jährigen Frau ging, deren persönliche Erinnerungen und eigene Biografie vollständig ausgelöscht waren - ohne Auswirkungen auf ihren Geisteszustand und ihr lexikalisches Wissen. Dank einer mutig agierenden Hauptdarstellerin Maria Schrader gelingt Schomburg ein intensives, faszinierendes Drama über eine Frau, die vor der schweren Entscheidung steht, wieder in ihr altes Leben hineinzufinden - oder ein neues Leben zu beginnen.

Unmittelbar, sehr direkt und ohne Vorwarnung steigt "Vergiss mein Ich" in die Handlung ein. Die Kamera übernimmt Lenas Blickwinkel, wir sehen die sie umgebende Umwelt mit ihren Augen. Es sind verschwommene, fremde Gesichter, die sie wahrnimmt. Dem Zuschauer ebenso fremd und unbekannt wie auch Lena. Vor allem der Einstieg in Jan Schomburg schonungslos direktem Drama "Vergiss mein Ich" ist intensiv und gestaltet sich als ein erster Höhepunkt eines rundum gelungenen, sauber inszenierten Dramas und Schauspiel-Glanzstücks. Hauptfigur Lena leidet unter retrograder Amnesie, ihr biografisches Gedächtnis wurde vollständig gelöscht, während ihr prozedurales Gedächtnis, das automatisierte Vorgänge bis hin zum Autofahren umfasst, ebenso unangetastet blieb wie ihr lexikalisches Weltwissen. Der Zuschauer erkundet mit Lena gemeinsam deren neue, alte Umwelt.

Schomburg schuf damit eine ungemein reizvolle Ausgangsposition für seinen Film. Der Zuschauer ganz auf Augenhöhe mit der Hauptfigur. Die Gefühle den Menschen gegenüber, die Lena im Laufe des Films trifft und kennenlernt, sind identisch mit dem, was der Zuschauer diesen völlig fremden Personen gegenüber empfindet: nichts, denn es sind ja Fremde, unbekannte Personen, mit denen man keine Erinnerungen, keine gemeinsamen Erlebnisse oder Momente teilt. Großartig ist das Spiel von Hauptdarstellerin Maria Schrader, die mutig und glaubhaft die unter Amnesie leidende, aber hochintelligente Lena verkörpert. Sie macht den Druck, der wie Backsteine auf ihr lastet, deutlich und für den Zuschauer direkt nachempfind- und fühlbar. Den Druck, den Lenas Umfeld, allen voran ihr Mann und ihre Freunde aufbauen, da sie die alte Lena so schnell wie möglich in ihrem Leben wiederhaben möchten.

Fazit: Mutig gespieltes, mitreißendes Drama über eine an retrograder Amnesie leidende Frau, die zurück ins Leben finden muss.




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FBW: besonders wertvollEs ist ein kaum vorstellbarer Albtraum: Nach einer Enzephalitis verliert Lena Ferben ihr biographisches Gedächtnis und hat keinerlei direkten Zugang mehr zu ihrem eigenen Ich. Sie schwebt in einem luftleeren Raum, in dem sie nichts mehr mit ihrer [...mehr]

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Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: Deutschland
Jahr: 2013
Genre: Drama
Länge: 93 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 01.05.2014
Regie: Jan Schomburg
Darsteller: Maria Schrader, Johannes Krisch, Ronald Zehrfeld
Verleih: Real Fiction

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